A Girl Walks Home Alone At Night

Regie: | Jahrzehnt: | Genre: ,


Filmkritik:

A Girl Walks Home Alone At Night hat einen wunderbaren Titel, besteht aus einem Potpourri von Einflüssen und verläuft damit nicht nur unvorhersehbar, sondern punktet mit seinem postmodernen Mäandern durch interessante Subtexte. Als Coming of Age-Vampirfilm-Lovestory ließe sich das Werk der jungen Filmemacherin Ana Lily Amirpour beschreiben, angesiedelt in einer Art postapokalyptischen Stadt namens Bad City, in der Zeit keine Rolle spielt, das Leben stillzustehen scheint.

Dementsprechend existenzialistisch kommt der Film daher, wird allerdings vom leisen Humor, der an die ebenfalls zurückhaltenden Filme von Jim Jarmusch erinnert, belebt. Aufgrund seiner unkonventionellen Art kann es sich A Girl Walks Home Alone At Night auch leisten, das Geschehen politisch deuten zu lassen – als Engländerin mit iranischen Wurzeln drehte Amirpour den Film in Amerika, aber auf Farsi, mit iranischen Figuren – angesichts der Protagonistin, die gänzlich unabhängig agiert und „bösen“ Männern zum Verhängnis wird, liegen feministische Ansichten nahe; mit dem iranischen Frauenbild hat die junge Vampirin so gar nichts gemein.

Die Unvorhersehbarkeit des Geschehens sorgt in Verbindung mit der dichten Atmosphäre und den ansehnlichen Schwarz-Weiß-Bildern für eine spannende erste Filmhälfte. Im weiteren Verlauf verflacht das Geschehen dann etwas, verliert an Tempo und kommt an einen Punkt, an dem ein loses narratives Gerüst nicht mehr ausreicht – hier tritt die Herkunft als Kurzfilm deutlich zutage. So funktioniert A Girl Walks Home Alone At Night als Stilübung recht gut, bleibt aber zu diffus. Man darf gespannt auf die kommenden Werke der jungen Filmemacherin sein.

Handlung:

Arash kümmert sich um seinen heroinabhängigen Vater Hossein, mit dem er in Bad City lebt. Als der knallharte Drogendealer und Zuhälter Saeed Hosseins ausstehende Schulden eintreibt, büßt Arash alles Bargeld und seinen geliebten Ford Thunderbird ein. Kurz darauf kann er sich beides plus einen Koffer Drogen von Saeed zurückholen. Denn der liegt tot in seinem Haus, ausgesaugt von einer Vampirin, die verschleiert Übeltätern auf der nächtlichen Straße auflauert. Ahnungslos verliebt sich der gutmütige Arash in diesen dunklen Engel der Nacht…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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