Antichrist

Regie: | Jahrzehnt: | Genre: ,


Filmkritik:

Der elegische Prolog mit seinen Zeitlupen und den ausdrucksstarken Schwarz-Weiß-Bildern verweist bereits deutlich auf von Triers Entsagen der Dogma-Anfänge. Antichrist beeindruckt mit einer großartigen Optik, die eine durchgehend dichte Atmosphäre erzeugt. Diese erweist sich als wichtig, weil sie in der ersten Hälfte des Films für bedeutungsschwangeres Suspense sorgt und damit ermöglicht, dass das Script sich statt auf Spannungsmomente ausschließlich auf die Figurenzeichnung konzentrieren kann.

Die Protagonisten werden vom Hauptdarstellerduo hervorragend verkörpert und bringen dringend nötige Glaubwürdigkeit in die Tour de Force, die das dänische Enfant terrible in expliziten und blutigen Szenen auch dem Publikum aufbürdet, was aufgrund der ohnehin schon metaphorischen Untermalung unnötig und effektheischend erscheint.

Was dem Film hingegen nicht vorgeworfen werden sollte ist Misogynie, weil sich die Weltanschauung des Films nicht nur frauenfeindlich, sondern zutiefst menschenfeindlich äußert. Spätestens im Finale bekräftigt Antichrist deutlich seine interpretatorische Aufforderung an den Zuschauer, doch selbst das deutungsfreie Erleben überzeugt angesichts von Triers gestalterischer Kraft allein schon.

Handlung:

Während ein Ehepaar leidenschaftlich dem Liebesspiel nachgeht, klettert ihr unbeaufsichtigtes junges Kind zum geöffneten Fenster und stürzt aus der Hochhauswohnung zu Tode. In der Folge reißt der Unfalltod des Sohnes die Mutter in tiefe Trauer und Selbstvorwürfe. Ihr scheinbar vom Tod des Sohnes unberührter Mann, ein Psychologe, beginnt daraufhin seine Frau selbst zu therapieren. Als tiefste Angst benennt sie ihm, ‘im Wald zu sein’. Daraufhin fahren beide in eine Waldhütte mit dem Namen ‘Eden’, in dem das Paar mit dem Kind den letzten Sommer verbracht hat. In der abgelegenen Hütte, wo es keinen Handy-, Fernseh- oder Radioempfang gibt, gelingt es nicht, das Trauma der Frau zu lösen. Stattdessen eskaliert die Situation…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T13:06:50+00:00

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