Blau ist eine warme Farbe

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Filmkritik:

Wie kaum einem zweiten Werk gelingt es Blau ist eine warme Farbe, den langwierigen Prozess des Erwachsenwerdens einzufangen. Immerhin nimmt sich der Film auch ganze drei Stunden Zeit, um das Leben seiner zu Beginn 15-jährigen Protagonistin Adèle zu beobachten – doch verharrt Regisseur Abdellatif Kechiche nicht einfach in einer begutachtenden Position, sondern begibt sich zunehmend dichter an Adèle heran und knüpft zwischen Hauptfigur und Zuschauer ein nahezu intimes Band, was eine große Anteilnahme am Geschehen erzeugt.

Und geschehen tut einiges, denn Adéles tiefgehende Beziehung mit der selbstbewussten Emma sorgt für unzählige tolle Szenen – die Dialogführung und das großartige Schauspiel der beiden Hauptdarstellerinnen lassen die Geschichte durchgehend natürlich und lebendig wirken. Die geschickt gesetzten Zeitsprünge sorgen zudem für ein stetes Hinterfragen der Protagonisten – Adéle befindet sich spürbar in einer Entwicklung, die einige Dynamik erzeugt.

Das lässt sich zweifelsohne auch über die nicht wenigen Sexszenen sagen, die erfreulicherweise ohne Scham als essentieller Bestandteil der Beziehung unverblümt in Szene gesetzt werden, dabei jedoch auch den Eindruck einer undifferenzierten Männerphantasie erwecken und somit einen aufgesetzten Eindruck vermitteln.

Trotz dieses Malus und einigen fehlenden Straffungen des Plots überzeugt Blau ist eine warme Farbe jedoch im überwiegenden Maße und bietet durch seine Authentizität und das aufrichtige Interesse an seinen Figuren eine sehenswerte Filmerfahrung.

Handlung:

Adèle ist 15 und wird vom älteren Mitschüler Thomas umworben. Doch obwohl sie bereit ist, ihre Sexualität zu entdecken, kann ihr Thomas nicht viel geben – es scheint einfach keine richtige Liebe zu sein. Doch dann lernt sie zufällig die Kunststudentin Emma kennen, die sie mit ihrem Selbstbewusstsein sofort in ihren Bann schlägt. Die beiden werden Freunde, doch dann merkt Adéle: Das reicht ihr nicht, sie möchte mehr.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-15T13:45:02+00:00

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