Nach Fight Club wurde mit Choke erst der zweite Roman von Erfolgsautor Chuck Palahniuk verfilmt, was ich schade finde, denn er zählt zu meinen Lieblingsautoren. Palahniuks Bücher funktionieren alle sehr ähnlich – sie handeln von Mittzwanzigern, die in einem abgeschotteten Mikrokosmos leben und mit ihren existenziellen Problemen oder Traumata kämpfen. Dabei verlieben sie sich in eine seltsame Frau und finden mehr oder weniger Erlösung in einer Gegengesellschaft. In Fight Club waren dies Faustkämpfe, in Choke ist es Sex.

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Filmkritik:

Erwartungsgemäß erreicht Choke nicht den Grad an Schmierigkeit, Groteskheit und Tiefe der literarischen Vorlage, doch der typische Palahniuk-Humor kommt trotzdem gut zur Geltung, was insbesondere Hauptdarsteller Sam Rockwell zuzuschreiben ist, der eine denkwürdige Leistung abliefert und den schmalen Grad zwischen Komik und Tragik perfekt trifft. Auch Anjelica Huston in ihrer Nebenrolle als Mutter des Protagonisten agiert bemerkenswert und bleibt mit ihrer Rolle im Gedächtnis.

Damit vermag Choke recht gut zu unterhalten, doch gibt sich zu liebenswert. Wo der Roman mit Sarkasmus und Pessimismus um sich wirft und seine Absurditäten nicht nur zum Amüsement nutzt, sondern unsere übersexualisierte, überoptimierte Gesellschaft hinterfragt, bleibt die Adaption von Clark Gregg schlichtweg zu nett und bequem. Ein schlechter Film ist Choke trotzdem nicht geworden, denn Palahniuks Kreativität und Rockwells Schauspiel heben Greggs Werk von der Masse ab und sorgen für ein inhaltlich unkonventionelles Filmerlebnis.

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DAS GENRE

Die Komödie zählt zu den Grundfesten des Kinos und funktioniert – wie auch der Horrorfilm – affektgebunden. Deshalb bringt uns der Slapstick aus den Stummfilmen von Charlie Chaplin genauso zum Lachen wie die rasenden Wortgefechte der Screwball-Komödien aus den Dreißiger Jahren, die spleenigen Charaktere von Woody Allen oder die wendungsreichen Geschichten von Billy Wilder.

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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