Die Adaption von Ernerst Hemingways literarischem Welterfolg Der alte Mann und das Meer erscheint eigentlich von Anfang als zu ambitioniert, denn der Roman beinhaltet nur wenige Elemente, die auch mit den Mitteln des Kinos erzählt werden können. Zumindest konnten die Produzenten einen rundum passenden Hauptdarsteller finden: Spencer Tracy gelingt die Verkörperung des Protagonisten ausgezeichnet.

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Filmkritik:

Doch können die berühmten Bewusstseinsströme des über weite Strecken der Handlung allein in einem Boot befindlichen Fischers adäquat und filmisch übernommen werden? Der alte Mann und das Meer gibt viele direkt von Hemingway übernommene Passagen mittels eines Voice-Over wieder, was insbesondere im ersten, noch nicht auf See spielenden Drittel überflüssig anmutet und im weiteren Verlauf tatsächlich keine gute, aber zumindest eine funktionierende Option darstellt.

Die Narration wirkt zwar genauso altbacken wie die Rückprojektionen und die verwaschenen Farben, transportiert jedoch immerhin einen kleinen Teil von Hemingways Qualität in den Film. Dass Tracy hin und wieder doch selbst anstelle des Erzählers spricht, wirkt hingegen inkonsequent und lässt die Erzählerstimme erst recht obsolet erscheinen.

So vermittelt der Film von John Sturges letztlich nur grob die Geschehnisse des Kurzromans, ohne dessen Dichte zu erreichen. Filmisch kann die Verfilmung nicht besonders überzeugen, weil sie versucht, Literatur nachzubuchstabieren, anstatt die Vorlage mit ihren eigenen Stärken zu adaptieren.

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DIE ÄRA

In den Fünfziger Jahren befanden sich die weltweiten Studiosysteme auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft. In den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich versammelten die Studios eine ungeheure Menge an Talent und veröffentlichten dank des geballten Produktionsniveaus zahllose Meisterwerke. Einen gewichtigen Anteil daran ist auch den Regisseuren zuzuschreiben, die sich innerhalb des Systems Freiheiten erkämpften und so ihr Potenzial ausspielen konnten.

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Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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