Filmkritik:

In seinem vorletzten europäischen Film Der vierte Mann legte Paul Verhoeven bereits grundlegende Gedanken zu seinem späteren Welterfolg Basic Instinct an, sodass der nur vier Jahre vor Robocop entstandene niederländische Film durchaus als vorbereitende Stilübung gesehen werden kann.

Auch Der vierte Mann forciert eine typische Spielart des Film Noir und hält seinen Plot über weite Strecken im Vagen, schickt einen vordergründig autarken Mann in die Fänge einer ihm vermeintlich überlegenen Frau. So funktioniert Der vierte Mann vor allem über sein Suspense und die Atmosphäre, beides begünstigt durch die interessante Figurenkonstellation.

Da Verhoeven im Gegensatz zu seinen späteren US-Filmen noch keine Schauwerte auffahren und auch sein Stammkameramann (und späterer Regisseur von Speed) Jan De Bont lediglich niederländische Tristesse einfangen kann, fehlen dem Film auch visuell die besonderen Momente.

Vom niederländischen Frühwerk Verhoevens dürfte Der vierte Mann der relevanteste Film sein und daher für Fans nicht uninteressant sein, doch mehr als solide Unterhaltung hat Verhoevens Werk nicht zu bieten.

Handlung:

Grauenhafte Visionen treiben den bisexuellen Schriftsteller Gerard Reve an den Rand des Wahnsinns. Eines Tages lernt er die verführerische, dreifache Witwe Christine kennen. Von ihrem erotischen Bann ist er bedingungslos gefesselt. Doch Christines Männer scheint ein grausames Schicksal zu verbinden. Alle drei starben durch tragische Unglücksfälle. Waren es Zufälle? Und wird Gerard der vierte Mann?

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.