Der vierte Mann (1983)

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

In seinem vorletzten europäischen Film Der vierte Mann legte Paul Verhoeven bereits grundlegende Gedanken zu seinem späteren Welterfolg Basic Instinct an, sodass der nur vier Jahre vor Robocop entstandene niederländische Film durchaus als vorbereitende Stilübung gesehen werden kann.

Auch Der vierte Mann forciert eine typische Spielart des Film Noir und hält seinen Plot über weite Strecken im Vagen, schickt einen vordergründig autarken Mann in die Fänge einer ihm vermeintlich überlegenen Frau. So funktioniert Der vierte Mann vor allem über sein Suspense und die Atmosphäre, beides begünstigt durch die interessante Figurenkonstellation.

Da Verhoeven im Gegensatz zu seinen späteren US-Filmen noch keine Schauwerte auffahren und auch sein Stammkameramann (und späterer Regisseur von Speed) Jan De Bont lediglich niederländische Tristesse einfangen kann, fehlen dem Film auch visuell die besonderen Momente.

Vom niederländischen Frühwerk Verhoevens dürfte Der vierte Mann der relevanteste Film sein und daher für Fans nicht uninteressant sein, doch mehr als solide Unterhaltung hat Verhoevens Werk nicht zu bieten.

Handlung:

Grauenhafte Visionen treiben den bisexuellen Schriftsteller Gerard Reve an den Rand des Wahnsinns. Eines Tages lernt er die verführerische, dreifache Witwe Christine kennen. Von ihrem erotischen Bann ist er bedingungslos gefesselt. Doch Christines Männer scheint ein grausames Schicksal zu verbinden. Alle drei starben durch tragische Unglücksfälle. Waren es Zufälle? Und wird Gerard der vierte Mann?

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5 Comments

  1. benny 18. August 2015 at 19:56 - Reply

    Kleines surreales Meisterwerk, gerade in der ungeküzten fassung gesehen. Leider ist die deutsche DVD geschnitten!

    • Tom 18. August 2015 at 20:11 - Reply

      14 Sekunden weniger – warum eigentlich? Der Film ist ja nicht gerade brutal oder verherrlichend…

      • Tom 18. August 2015 at 20:14 - Reply

        Gerade den Schnittbericht angeschaut – die Scherenszene ist natürlich durchaus kontrovers und ziemlich brutal. Den Schnitt kann ich zumindest nachvollziehen.

        Die Kirchenszene zu schneiden ist allerdings mal völlig unnötig.

  2. benny 18. April 2016 at 2:17 - Reply

    Zensur bei verhoeven war sicher nie angebracht, mittlerweile lief bereits Robocop fast ganz ungeschnitten in der ARD, eine Sekunde fehlte gerade!
    Der war mal indiziert!
    Es besteht Hoffnung auf eine zensurfreie fassung vom „vierten Mann“!

  3. Tom 18. April 2016 at 8:38 - Reply

    Soweit ich weiß, wird bei der Bewertung der Filme immer auch ein Kunstanspruch untersucht. Wird dieser attestiert, „darf“ der Film mehr Gewalt zeigen.

    Vom Gefühl her habe ich den Eindruck, dass dies in den letzten 10 Jahren deutlicher öfter anerkannt und entsprechend (neu) bewertet wurde.

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