Die 12

(zu Unrecht)

unbeliebtesten

Filmkritiken 2017

An anderer Stelle habe ich bereits die 12 beliebtesten Filmkritiken des Jahres 2017 vorgestellt, doch die heutige Liste ist vielleicht noch interessanter.

Ich möchte die Gelegenheit nutzen, auf 12 Filmkritiken hinzuweisen, die im letzten Jahr selten aufgerufen wurden, obwohl sie es verdient hätten. Hier stößt du hoffentlich auf Filmkritiken zu tollen Werken, die du wahrscheinlich noch nicht gelesen hast.

Legen wir los:

Platz 12: Intimidation

(1960, Koreyoshi Kurahara)

65 Minuten kurz und unerhört fatalistisch – der japanische B-Noir Intimidation fesselt von Anfang bis Ende.

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Platz 11: Point Blank

(1967, John Boorman)

John Boormans Reißer Point Blank verfügt nicht nur über einen herrlich griesgrämigen Lee Marvin, der sich durch die Unterwelt von Los Angeles schlägt, sondern ist auch bestechend gut inszeniert.

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Platz 10: Deep End

(1970, Jerzy Skolimowski)

Deep End erzählt von der Pubertät des 15-jährigen Mike und vermittelt viel Flair der Swinging Sixties. Geschickt pendelt Skolimowskis Werk zwischen subtiler Dramatik und skurriler Situationskomik hin und her.

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Platz 9: Sword Of Doom

(1966, Kihachi Okamoto)

Sword Of Doom erweist sich als ungewöhnlicher Samuraifilm. Mit einem psychopathischen Mörder als Protagonisten und der hochwertigen Inszenierung zählt Kihachi Okamotos Werk zu den interessantesten Vertretern des Jidai-geki.

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Platz 8: Niagara

(1953, Henry Hathaway)

Ein Film Noir in Technicolor? Das funktioniert! Niagara verfügt über einen wunderbar perfiden Plot und eine hinreißende Marilyn Monroe.

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Platz 7: Europa

(1991, Lars von Trier)

Lars von Triers postmoderne Kafka-Variation Europa begeistert mit seiner düsteren Bildgestaltung und seinem trockenem Humor. Der Film eignet sich gut als Einstiegsfilm in das Schaffen des dänischen Enfant Terribles.

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Platz 6: Vierundzwanzig Augen

(1954, Keisuke Kinoshita)

In Japan allseits bekannt, in Deutschland nicht: Vierundzwanzig Augen kommt ohne die Darstellung des Zweiten Weltkrieges aus und formuliert nur anhand der Konsequenzen für eine Lehrerin und ihre Schulklasse eine bewegende humanistische Botschaft.

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Platz 5: Das Ohr

(1970, Karel Kachyna)

Wer hat Angst vor Virginia Woolf? trifft auf Der Dialog: So lässt sich der Paranoiathriller Das Ohr umschreiben. Die Perle der Tschechischen Neuen Welle vereint Humor und Spannung.

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Platz 4: Um Haaresbreite

(1952, Richard Fleischer)

Im Film Noir sind unzählige sehenswerte B-Movies zuhause, untergehen sollte Um Haaresbreite dennoch nicht. Immerhin spielt Richard Fleischers Krimi beinahe ausschließlich in einem Zug und punktet überdies mit hohem Spannungsniveau und einigen Überraschungen.

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Platz 3: Dschungel im Sturm

(1932, Victor Fleming)

Dschungel im Sturm entfaltet nicht nur ein Melodram vor exotischer Kulisse, sondern überrascht durch seine Direktheit beim Thema Sex – es handelt sich um ein Werk aus der Pre-Code-Ära, als in Hollywood noch kein Moralkodex für Filme galt. Hier sehen wir eine unbekannte Seite der Traumfabrik.

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Platz 2: Alfie – Der Verführer lässt schön grüßen

(1966, Lewis Gilbert)

Zunächst zelebriert Alfie mit nonchalanter Coolness den amoralischen Lebenswandel des von wunderbaren Michael Caine verkörperten Protagonisten, doch wenn wir uns gerade auf den zweifelhaften Genuss eingestellt haben, entlarvt der Film seine vorgegebene Geisteshaltung und schlägt Protagonist wie Publikum alles um die Ohren.

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Platz 1: Overlord

(1975, Stuart Cooper)

Dass ausgerechnet die Kritik zu Overlord die am wenigsten gelesene des Jahres 2017 ist, verwundert mich aufgrund des besonderen Alleinstellungsmerkmals des britischen Antikriegsfilms: Stuart Cooper verwebt historische Kriegsaufnahmen mit fiktiven Szenen und verhindert damit auf clevere Art und Weise das Unterhaltungselement des Genres – die gezeigten toten Soldaten könnten schließlich echt sein. Als Bonus gibt es eine traumartige Atmosphäre und schöne Bilder vom Kubrick-Kameramann John Alcott.

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Ich hoffe, diese Übersicht hat dich auf einige sehenswerte Filme aufmerksam gemacht. Hoffentlich taucht keines dieser Werke erneut auf der Liste im nächsten Jahr auf. :-)

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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