Drei Vaterunser für vier Halunken

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Drei Vaterunser für vier Halunken zählt zu den späten Italowestern und wurde den typischen Produktionsstandards gemäß schnell und günstig produziert. Im Gegensatz zur Vielzahl der Filme dieser Spielart konnten die Macher jedoch mit Lee van Cleef eine Ikone des Genres als Hauptdarsteller verpflichten und für die Regie den ehemaligen Assistenten von Sergio Leone, Giancarlo Santi, gewinnen, der hier seinen Debütfilm abliefert.

Sein inszenatorisches Geschick beweist Santi schon in der großartigen Eröffnungsszene, die einerseits gekonnt den abgebrühten Protagonisten von van Cleef einführt und andererseits einigen Humor beweist. Während der Auftakt Lust auf mehr macht, kann Drei Vaterunser für vier Halunken im Folgenden nicht daran anknüpfen. Dem Drehbuch gelingt es nicht, einen roten Faden zu entwickeln; die im Ansatz interessanten Figuren werden nicht weiter entwickelt und ihre Konstellation bleibt zu statisch, weshalb die durchaus abwechslungsreiche Handlung keine Spannung generiert.

Das stete Auf und Ab der Geschichte erweist sich als symptomatisch für Santis Werk, das durchaus gelungene Einzelszenen aufweist und vor allem mit den markigen Dialogen für gute Unterhaltung sorgt, aber zu wechselhaft und unstet mit seinen Handlungselementen umgeht; das Script trägt zu viel erzählerischen Ballast mit sich herum. Die Gestaltung der Actionszenen überzeugt ebenfalls nicht: Die Schusswechsel wirken pflichtschuldig abgehandelt, Highlights stellen sie jedoch nicht dar.

Für Italowesternfans ist Santis Film dennoch einen Blick wert. Dank Lee van Cleefs Präsenz und der launigen Dialoge unterhält Drei Vaterunser für vier Halunken mit kleineren Abstrichen ganz ordentlich. Überzeugen kann auch die Musik von Genreveteran Luis Enríquez Bacalov, der schon Django in memorable Melodien tauchte; auch Quentin Tarantino gefiel das musikalische Hauptthema offensichtlich – er entlieh sich den Score für eine Sequenz von Kill Bill.

Handlung:

Als das Oberhaupt des örtlichen Familienclans Saxon aus dem Dunkeln erschossen wird, sind sich alle sicher, dass es Philipp Wermeer war, der den Abzug betätigte – immerhin erschoss der alte Saxon dessen Vater. Von skrupellosen Kopfgeldjägern und Angehörigen der Saxons gejagt, bekommt er unerwartet Hilfe vom ehemaligen Sheriff Clayton, der über Hintergrundinformationen verfügt, die er im richtigen Moment auszuspielen gedenkt…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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