Drei Vaterunser für vier Halunken zählt zu den späten Italowestern und wurde den typischen Produktionsstandards gemäß schnell und günstig produziert. Im Gegensatz zur Vielzahl der Filme dieser Spielart konnten die Macher jedoch mit Lee van Cleef eine Ikone des Genres als Hauptdarsteller verpflichten und für die Regie den ehemaligen Assistenten von Sergio Leone, Giancarlo Santi, gewinnen, der hier seinen Debütfilm abliefert.

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Filmkritik:

Sein inszenatorisches Geschick beweist Santi schon in der großartigen Eröffnungsszene, die einerseits gekonnt den abgebrühten Protagonisten von van Cleef einführt und andererseits einigen Humor beweist. Während der Auftakt Lust auf mehr macht, kann Drei Vaterunser für vier Halunken im Folgenden nicht daran anknüpfen. Dem Drehbuch gelingt es nicht, einen roten Faden zu entwickeln; die im Ansatz interessanten Figuren werden nicht weiter entwickelt und ihre Konstellation bleibt zu statisch, weshalb die durchaus abwechslungsreiche Handlung keine Spannung generiert.

Das stete Auf und Ab der Geschichte erweist sich als symptomatisch für Santis Werk, das durchaus gelungene Einzelszenen aufweist und vor allem mit den markigen Dialogen für gute Unterhaltung sorgt, aber zu wechselhaft und unstet mit seinen Handlungselementen umgeht; das Script trägt zu viel erzählerischen Ballast mit sich herum. Die Gestaltung der Actionszenen überzeugt ebenfalls nicht: Die Schusswechsel wirken pflichtschuldig abgehandelt, Highlights stellen sie jedoch nicht dar.

Für Italowesternfans ist Santis Film dennoch einen Blick wert. Dank Lee van Cleefs Präsenz und der launigen Dialoge unterhält Drei Vaterunser für vier Halunken mit kleineren Abstrichen ganz ordentlich. Überzeugen kann auch die Musik von Genreveteran Luis Enríquez Bacalov, der schon Django in memorable Melodien tauchte; auch Quentin Tarantino gefiel das musikalische Hauptthema offensichtlich – er entlieh sich den Score für eine Sequenz von Kill Bill.

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DAS GENRE

Der Western erreicht seine größte Popularität in den Fünfziger Jahren. Der Hang zum Reaktionären ließ das Genre dann zunehmend in eine Krise schlittern, bevor der Italowestern das Genre Mitte der Sechziger zur neuen Blüte trieb. Das gesellschaftskritische New Hollywood-Kino dekonstruierte den Western weiter. Heutzutage findet das Western-Setting sowohl für blutige Genrefilme als auch für Kunstfilme Verwendung.

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DAS GENRE

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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