Ex Machina

Regie: | Jahrzehnt: | Genre: ,


Filmkritik:

Nach herausragenden Drehbüchern zu den tollen Werken Sunshine und Alles, was wir geben mussten wagt Alex Garland mit Ex Machina sein Regiedebüt und wendet sich erneut einem Science-Fiction-Stoff zu, den er interessanterweise als Kammerspiel anlegt. Dabei gelingt es ihm auch dank des durchweg interessanten Handlungsortes schnell, eine mysteriöse Grundstimmung aufzubauen. Zudem wagt Garland eine Reihe von Spagaten, von denen zwar leider keiner ganz gelingt, die in der Summe aber durchaus reizvoll sind.

Zunächst einmal beschäftigt sich Ex Machina viel mit hochgradig aktuellen Themen – Nutzung von digitalen Daten, Internetfirmen, künstliche Intelligenz – die in Verbindung mit philosophischen und sozialen Fragestellungen ein großes Potenzial in sich tragen. Allerdings bleibt Garland bereits bei den Fragen stecken, da Ex Machina eben auch ein Genrefilm sein soll und zu wenig Zeit für die Suche nach Antworten hat – er muss Spannung aufbauen und auf einen Showdown hinarbeiten. Dem fällt dann auch schnell die mysteriöse Aura des Films zum Opfer, die dem deutlich weniger originellen Konkreten weichen muss.

Auch die Figurenkonstellation hat ihren Reiz und offenbart zu treffende Grundsatzentscheidungen – wer erscheint vertrauensvoller: Ein mit Subjektivität und Emotionen behafteter Mensch oder eine perfekte, eiskalte künstliche Intelligenz? Doch auch hier traut sich Ex Machina zu wenig zu oder hat es zu eilig, fühlt den Figuren nie wirklich auf den Zahn; eine dreißig Minuten längere Laufzeit und einige inhaltliche Schnörkel hätten dem Film gut getan. Dank seiner gelungenen Optik, guter Schauspieler und der interessanten Themen vermag Garlands Debüt jedoch trotz seiner Oberflächlichkeit ordentlich zu unterhalten und ist einen Blick wert.

Handlung:

Der junge Programmierer Caleb gewinnt in der jährlichen Firmenlotterie einen einwöchigen Besuch beim genialen CEO seines Online-Unternehmens. Er wird zur riesigen und futuristischen Bergvilla geflogen – und das Genie entpuppt sich als überraschend umgänglich: „Nenn mich einfach Nathan und lass uns abhängen und Spaß haben.“ Doch Nathan möchte mehr als das: Er teilt mit dem intelligenten Caleb sein größtes Geheimnis – eine hochveranlagte künstliche Intelligenz im Körper einer Roboterfrau: Ava. Caleb soll ihre Menschlichkeit testen. Doch daraus wird schnell mehr, als sowohl Nathan als auch Ava Geheimnisse zu haben scheinen und Caleb zum Spielball wird…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2 Comments

  1. Franziska-t 4. September 2015 at 17:44 - Reply

    Ich bin etwas entsetzt über die „durchschnittliche“ Wertung. 5 von 10 halte ich für viel zu wenig. Ich finde es gerade gut, dass der Film nicht auf alle Fragen eine Antwort bereithält, sondern dem Zuschauer überlässt, wie er darüber denkt. Schauspielerisch kann man ebenfalls nicht meckern. Auch die Laufzeit halte ich für ausreichend.

    Hier meine Review: https://filmkompass.wordpress.com/2015/05/20/ex-machina-2015/

    • Tom 4. September 2015 at 20:40 - Reply

      Die Frage ist natürlich, was man bewertet – objektiv klappt das nicht. Auf meinem Blog versuche ich mit den Punkten lediglich, meine Beziehung zu den Filmen darzustellen. Dementsprechend unwichtig ist die Punktzahl im Hinblick auf die Frage, ob ich die Filmerfahrung als lohnenswert erachte oder den Film anderen empfehle. Also nicht entsetzt sein. 🙂

      Zu Ex Machina: Dass der Film nicht alle aufgeworfenen Fragen beantwortet, finde ich gar nicht schlimm. Nur der Umgang mit den Fragen selbst ist mir schon zu oberflächlich und wirkt bisweilen, als würde Ex Machina sich gar nicht für die Antworten interessieren, wenn schon die Fragen nur so nebenbei in den Raum geworfen werden.

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