Her

Regie: | Jahrzehnt: | Genre: ,


Filmkritik:

Bereits lange vor Her konnte der Filmemacher Spike Jonze mit Werken wie Adaption oder Being John Malkovich auf seine enorme Kreativität hinweisen, wirkte dabei aus meiner Sicht jedoch immer etwas zu verspielt und setzte zu oft auf Übertreibungen; Her entpuppt sich hingegen als Jonzes bestes, weil erwachsenstes Werk.

Dank seiner Bodenständigkeit und Reife funktioniert das ungewöhnliche Melodram hervorragend, die in naher Zukunft angesiedelte Beziehung zwischen einem einsamen Mann und einer künstlichen Intelligenz wirkt in keinster Weise lächerlich, sondern evoziert spannende Gedanken zum Wesen der Menschheit in unserer digitalen Zeit und deutet sogar völlig neue Gesellschaftsformen an.

Mit großer Liebe zum Detail und einer überaus gelungenen Optik, die über stilistisch perfekt harmonierende Sets, Kulissen und Kostüme  hergestellt wird, erzeugt Her eine dichte, melancholische Atmosphäre. Auch der entspannte Humor gefällt: Jonze setzt nicht auf „Gags“, sondern ungezwungene Leichtigkeit, der Wahrhaftigkeit innewohnt. Zusammen mit den ausnahmslos überzeugenden Darstellern um Joaquin Phoenix hilft das über einige kleine Holprigkeiten (wie beispielsweise der schlecht gelösten Sexszene zwischen Mensch und künstlicher Intelligenz) hinweg.

So hat Jonze insgesamt einen sehr berührenden Film gedreht, der längst nicht alle offene Fragen beantworten und seine philosophischen Tiefen komplett ausloten will, aber so einige Ansätze zum Nachdenken und Interpretieren anbietet – Her ist ein wunderbares Kleinod.

Handlung:

Los Angeles in naher Zukunft: Der sensible Theodore lebt davon, anrührende persönliche Briefe für andere Menschen zu verfassen. Seine gescheiterte langjährige Beziehung hat ihm das Herz gebrochen und nun lebt er allein vor sich hin. Aus einer Laune heraus und wohl eher auf der Suche nach lockerer Unterhaltung besorgt er sich ein neues, personalisiertes Betriebssystem, das von einer hochintelligenten künstlichen Intelligenz gesteuert wird. Als Theodore das System startet, lässt er sich von „Samanthas“ freundlicher Stimme bezaubern, denn sie stellt sich mit viel Verständnis, Sensibilität und erstaunlichem Humor auf ihn ein. Samanthas und Theodores Bedürfnisse und Sehnsüchte ergänzen sich und entwickeln sich weiter. Ihre Freundschaft wird intensiver. Und dann verlieben sie sich schließlich ineinander. Doch kann eine solche Beziehung funktionieren?

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-06-16T10:52:42+00:00

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