Nach Thomas Vinterbergs Achtungserfolg Das Fest legte Enfant terrible Lars von Trier das zweite in der 1995 proklamierten Tradition des Dogma-Kinos realisierte Werk vor: Idioten ist demnach ohne künstliches Licht, künstliche Musik und Effekte entstanden und wurde komplett mit Handkameras gefilmt.

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Filmkritik:

Abseits von der Diskussion zu Sinn und Unsinn der selbst auferlegten handwerklichen Beschränktheit bietet Idioten aber auch reichlich Material zur inhaltlichen Auseinandersetzung und gibt Gelegenheit, darüber zu resümieren, dass die Vorwürfe der Menschenfeindlichkeit vielleicht eher aus dem Unwohlsein des Publikums als aus von Triers Stoffen herrühren – sowohl in seinem Naturalismus, als auch in seiner konsequenten, positiv konnotierten Darstellung von menschlichen Fehlern und Ängsten wirkt Idioten ungemein wahrhaftig.

Unterhaltsam ist das alles nicht, aber das zu erwarten passt nicht zur Arbeitsweise des Regisseurs. Sein Film verhält sich bewusst unbequem, fordert einiges vom Publikum und gibt selbst nur wenig. Letzteres ist schade, denn eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit den Figuren wäre wünschenswert gewesen. Vielleicht hat von Triers Konzentration auf die formalen Elemente den Blick auf das Sujet verstellt?

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DER REGISSEUR

Aufgrund seiner eigenwilligen Filme und unverblümter Äußerungen in den Medien avancierte Lars von Trier zum Enfant terrible. Sein kontroverser Ruf sollte jedoch nicht die unvergleichlichen Arbeiten des dänischen Regisseurs überdecken. Von Trier entwirft seit mehr als 30 Jahren besondere Filmwelten und ermöglicht uns immer wieder, besonderen Filmerlebnissen beizuwohnen – formal ein Genuss und inhaltlich herausfordernd.

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Aufgrund seiner eigenwilligen Filme und unverblümter Äußerungen in den Medien avancierte Lars von Trier zum Enfant terrible. Sein kontroverser Ruf sollte jedoch nicht die unvergleichlichen Arbeiten des dänischen Regisseurs überdecken. Von Trier entwirft seit mehr als 30 Jahren besondere Filmwelten und ermöglicht uns immer wieder, besonderen Filmerlebnissen beizuwohnen – formal ein Genuss und inhaltlich herausfordernd.

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DIE STRÖMUNG

Die Dogma 95-Bewegung ist nicht organisch gewachsen, sondern wurde von vorneherein via Manifest verkündet. Einige dänische Regisseure formierten sich, um der Konditionierung durch das Hollywoodkino entgegenzuwirken. Sie verschrieben sich einem natürlicheren Kino und legten für ihre Werke Verbote fest. Weder sollten Genrefilme gedreht werden, noch durfte im Studio oder mit künstlicher Beleuchtung gearbeitet werden.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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