Idioten

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Filmkritik:

Nach Thomas Vinterbergs Achtungserfolg Das Fest legte Enfant terrible Lars von Trier das zweite in der 1995 proklamierten Tradition des Dogma-Kinos realisierte Werk vor: Idioten ist demnach ohne künstliches Licht, künstliche Musik und Effekte entstanden und wurde komplett mit Handkameras gefilmt.

Abseits von der Diskussion zu Sinn und Unsinn der selbst auferlegten handwerklichen Beschränktheit bietet Idioten aber auch reichlich Material zur inhaltlichen Auseinandersetzung und gibt Gelegenheit, darüber zu resümieren, dass die Vorwürfe der Menschenfeindlichkeit vielleicht eher aus dem Unwohlsein des Publikums als aus von Triers Stoffen herrühren – sowohl in seinem Naturalismus, als auch in seiner konsequenten, positiv konnotierten Darstellung von menschlichen Fehlern und Ängsten wirkt Idioten ungemein wahrhaftig.

Unterhaltsam ist das alles nicht, aber das zu erwarten passt nicht zur Arbeitsweise des Regisseurs. Sein Film verhält sich bewusst unbequem, fordert einiges vom Publikum und gibt selbst nur wenig. Letzteres ist schade, denn eine tiefer gehende Auseinandersetzung mit den Figuren wäre wünschenswert gewesen. Vielleicht hat von Triers Konzentration auf die formalen Elemente den Blick auf das Sujet verstellt?

Handlung:

Eine Handvoll junger Leute lebt in einer Kommune zusammen und hat sich zu einem radikalen Experiment entschlossen: Sie geben sich als geistig Behinderte aus. Sie zappeln, kleckern, lallen und spielen verrückt – schockieren als Idioten ihre Umgebung. Ihr praktizierter Schwachsinn ist wie eine Lizenz für exzessive Orgien: Völlig hemmungslos leben sie ihre Agressionen, ihre Neugier und ihre und primitive Sexualität aus. Die Toleranz der Mitmenschen wird dabei auf eine harte Probe gestellt.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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