Inherent Vice – Natürliche Mängel

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Das passt: Paul Thomas Anderson verfilmt Thomas Pynchon und trifft dessen Gestus mit Inherent Vice nahezu perfekt. Der seit Jahrzehnten untergetauchte Pynchon mit seinen seltsamen Figuren und verworrenen Geschichten findet in Anderson mit seiner tollen Balance aus Verschrobenheit und Stilwillen den perfekten Abnehmer.

Eines ist Inherent Vice indes nicht – ein Krimi. Trotz eines solchen Unterbaus und den Film Noir-Verweisen bleibt Andersons Script viel zu vage und unstet oder letztlich: Zu dicht an seinem Protagonisten, der sich zu weit weg vom Hauptteil des Plots befindet. Die Lakonie und Narration des Geschehens erinnert dann auch mehr an The Big Lebowski und Der Tod kennt keine Wiederkehr.

Handwerklich setzt Anderson Inherent Vice famos in Szene, findet tolle Bilder für die ansehnlichen Locations. Überragende Leistungen werden zudem von den Darstellern beigetragen, die durch die Bank weg begeistern. Herauszuheben sind besonders Hauptdarsteller Joaquin Phoenix und Josh Brolin. Aufgrund der phonetischen Nuanciertheiten der Dialoge dürfte der Originalton die Synchronisation deutlich in den Schatten stellen und sollte bevorzugt werden.

Nach den 150 Minuten Hippie-Krimi bleiben durchaus einige memorable Momente in Erinnerung, doch der ganz große Wurf ist Anderson nicht gelungen – Inherent Vice wirkt letztlich ein bisschen zu beliebig und flach. Allerdings dürfte der Film zu den Werken zählen, die mit der Zeit und mehreren Sichtungen noch wachsen.

Handlung:

Larry „Doc“ Sportello lebt im Los Angeles der 1970er Jahre, ist Privatdetektiv und süchtig nach Marihuana. Sein Leben geht seine gewohnten Wege, bis seine Ex-Freundin Shasta Fay Hepworth, die gerade eine Affäre mit dem Immobilienhai Mickey Wolfmann hat, ihm einen Besuch abstattet. Shasta braucht unbedingt Docs Hilfe, um eine Intrige gegen Mickey zu vereiteln: Dessen Ehefrau Sloane und ihr Liebhaber wollen ihn kidnappen und in eine Nervenheilanstalt abschieben. Doch ehe sich Sportello versieht, ist Mickey verschwunden und ihm steht eine abenteuerliche Jagd durch L.A. bevor, bei der er auf Surfer, Gauner, Kredithaie und LAPD Detectives trifft.

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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