Der mysteriöse Krimi Malastrana weist eine interessante narrative Idee auf und erzählt seinen Plot aus der rückwirkenden Sicht einer Leiche. Die europäische Koproduktion orientiert sich dabei des Öfteren am Giallo, kommt jedoch wesentlich eigenständiger daher und verzichtet auf obligatorische Stilmittel der italienischen Spielart des Horrorfilms.

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Filmkritik:

So geht es Regisseur Aldo Lado weniger um Thrill, als vielmehr um eine morbide Atmosphäre, die er in ungewöhnlich langsamem Tempo aufbaut. Der subtile Score von Ennio Morricone und die stimmungsvollen Prager Schauplätze tragen dazu wesentlich bei. Ebenfalls positiv agieren die Darsteller, die zudem nicht unbekannt sind: Mit Barbara Bach, Ingrid Thulin, Jean Sorel und Mario Adorf versammeln sich etablierte Akteure vor der Kamera.

Das schleppende Tempo von Malastrana wäre kein großes Problem, würde das Script einige Höhepunkte oder dramaturgische Höhen und Tiefen auffahren, doch das ist leider nicht der Fall, sodass Lados Werk über weite Strecken wenig prägnant ausfällt und seine mysteriöse Stimmung bisweilen zu kippen droht. Das perfide Finale entschädigt zwar nicht für die fehlende Spannung, bleibt jedoch zumindest nachhaltig im Hinterkopf. Für Giallo-Fans und vor allem für Liebhaber europäischer Krimis der Siebziger Jahre ist Malastrana einen Blick wert, ein mitreißendes Horrorfilmerlebnis bietet das Werk von Aldo Lado hingegen eher weniger.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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DIE STRÖMUNG

Der Begriff Giallo bezeichnet italienische Genrefilme, die zwischen Krimi, Thriller und Horrorfilm changieren und in den Sechzigern und Siebzigern populär waren. Durch wiederkehrende Motive – am bekanntesten ist ein nie vollständig sichtbarer Mörder mit schwarzen Lederhandschuhen und Rasiermesser – formte sich ein eigener kleiner Kosmos, der sich von herkömmlichen Genrefilmen unterscheidet.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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