Närrische Weiber ging in die Geschichte ein als der erste Film, der das Filmstudio Universal mehr als eine Million Dollar gekostet hat. Da mutet es bemerkenswert an, dass Regisseur und Drehbuchautor Erich von Strohheim inhaltlich keineswegs auf Nummer sicher ging, sondern mit seiner frivolen Geschichte um einen lasterhaften Betrüger (auch hier wieder: Multitalent von Strohheim), der das weibliche Geschlecht schamlos ausnutzt und ausbeutet, für breitflächige Kontroversen sorgte.

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Filmkritik:

Der öffentliche Aufschrei lässt sich auch aus heutiger Sicht noch nachvollziehen, denn obwohl der Stummfilm die moralischen Verfehlungen des Protagonisten eindeutig negativ konnotiert, verhehlt Närrische Weiber – der Titel spricht ja schon für sich – eben auch nicht, dass die Frauen es dem Betrüger in ihrer vermeintlichen Einfalt viel zu leicht machen oder gar willentliche Opfer sind; der intendierten Tragik ist das nicht gerade zuträglich.

Wie viele andere ausufernde Werke des Regisseurs wurde auch Närrische Weiber durch die Produzenten erheblich gekürzt, die überschüssigen Szenen gingen verloren. Vielleicht ist es dieser Beschneidung geschuldet, dass von Strohheims Werk alles andere als rund wirkt. Trotz der immer noch stattlichen Laufzeit von zweieinhalb Stunden wirkt die Narration umständlich, während das Tempo nur gemächlich ausfällt.

So macht die Mischung aus erzählerischer Behäbigkeit und dem fragwürdigen Menschenbild trotz des sichtbar großen Aufwands, der sich vor allem bei den Dekors und Kostümen sehen lassen kann, nicht wirklich Spaß.

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DIE GATTUNG

Alles andere als staubig – noch immer lohnt es sich ungemein, Stummfilme zu schauen. Die einmalige Ästhetik der Ära hat einige der größten Filme der Kinogeschichte hervorgebracht. Durch die zunehmende Professionalisierung ab 1910 beeindrucken viele Stummfilme mit enormen Produktionsaufwand, immer ausgefeilteren Effekten und zunehmend komplexerer Erzählweise.

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Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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