Kelly Reichhardt zählt zu den wenigen weiblichen Regisseurinnen, die sich in der Kinolandschaft etablieren konnten – mit ihrem vierten Film Night Moves drehte sie ihr bisher zugänglichstes Werk. Im Gegensatz zum kantig-kargen Arthouse-Western Meek’s Cutoff bewegt sich Night Moves deutlich dichter am gemäßigten Erzählkino, ohne Reichhardts typische Elemente zu vernachlässigen.

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So konzentriert sich das Drehbuch weniger auf den übersichtlichen Plot und mehr auf die drei Figuren, die sich – auch stilprägend bei Reichhardt – reichlich verschlossen geben. Zwar liegt die Anzahl der Dialoge deutlich höher als bei den vorherigen Werken der Regisseurin, doch letztlich muss der Zuschauer in den Gesichtern lesen und anhand der Nuancen im Verhalten der Protagonisten antizipieren, wie es um deren Gemütszustand bestellt ist. Dank der hervorragenden Darsteller (bodenständig: Jesse Eisenberg; erwachsen: Dakota Fanning) bieten sich immer wieder Gelegenheiten dafür, was für viel Glaubwürdigkeit in dem ohnehin auf Realismus ausgelegten Film sorgt.

Entgegen der Vermarktung handelt es sich bei Night Moves nicht um einen Thriller, sondern um ein zurückhaltendes Drama über junge Menschen, die Fehler begehen – Liebhaber von wahrhaftigen Filmen, die auf Effekthascherei verzichten, aber eben auch nicht unbedingt klassische Konflikte und entsprechende Spannung liefern, sollten einen Blick riskieren, zumal Night Moves unabhängig von seinem Thema auch eine gute Kameraführung und eine Handvoll memorabler Szenen in petto hat.

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DAS GENRE

Der Dramabegriff dient als Auffangbecken für Filme, die sich keinem spezifischerem Genre zuordnen lassen. Dementsprechend viele Schattierungen ergeben sich: vom Sozial- über das Gesellschaftsdrama, das Melodram und die Tragikomödie. Die Gemeinsamkeiten dieser Subgenres liegen in realistischen, konfliktreichen Szenarien und einer Konzentration auf die Figuren.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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