Pulp Fiction

Regie: | Jahrzehnt: | Genre: ,


Filmkritik:

Nach seinem geglückten Debütwerk Reservoir Dogs trieb Ex-Videothekar Quentin Tarantino seine Ideenvielfalt mit Pulp Fiction auf die Spitze und servierte im besten Sinne das, was der Titel ankündigt – eine wunderbare Sammlung von Groschenromangeschichten. Nun wissen wir alle längst um den glorreichen Erfolg des Films, doch zurückblickend ging Tarantino ein gehöriges erzählerisches Risiko ein – er traute sich, zweieinhalb Stunden Laufzeit mit drei eigentlich sehr rudimentären Episoden zu füllen und auf kaum definierte Figuren zu setzen.

Tarantinos Vertrauen in die eigenen inszenatorischen Fähigkeiten zahlt sich jedoch aus – erst seine Regie vitalisiert das rohe Script und rundet es ab. Was oft unter plump-langweiligen Kultprädikaten begraben wird, ist die Tatsache, wie geschickt der Autorenfilmer mit seiner versierten Mise en Scène die Szenen strukturiert und ihnen den grundlegenden Rhythmus verleiht, der Pulp Fiction antreibt. Auch die Kamera, die die Figuren mal verfolgt und mal spielerisch von dannen ziehen lässt, dokumentiert Tarantinos Stilwillen und zählt zu den handwerklichen Qualitäten.

Und wenn Pulp Fiction seine Figuren in verbale, locker-leichte Banalitäten verstrickt, die so gar nichts mit ihren eigentlichen „Rollen“ in diesen Ganovenstorys zu tun haben, wenn der Film ganz aufgeht in seinem postmodernen Habitus, der im Gegensatz zu den unzähligen Epigonen niemals aufgesetzt oder künstlich wirkt, wenn die nicht-chronologisch verschachtelte Narration, der schmissige Seventies-Soundtrack und die launige Nineties-Parallelwelt im Abspann kulminieren, dann sind wir Zeuge von etwas sehr seltenem geworden: Kinomagie.

Handlung:

Die beiden abgebrühten Profikiller Jules und Vincent sollen einen geheimnisvollen Koffer mit Waffengewalt „abholen“, den einige Kleinkriminelle besitzen, der jedoch eigentlich dem Gangsterboss Marcellus Wallace gehört. Wallace ist es auch, der den Boxer Butch besticht, seinen letzten Kampf zu verlieren. Doch Butch denkt gar nicht dran, sondern hat alles Geld auf sich selbst gesetzt, was ihn und Wallace noch zusammenführen wird. Mrs. Wallace wird hingegen später von Vincent durch den Abend begleitet, doch auch hier läuft alles anders als geplant; dies lässt sich auch über den Überfall eines verliebten Gaunerpärchens sagen, die versuchen, Jules seine Brieftasche abzunehmen…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2 Comments

  1. gandalf 19. September 2016 at 18:43 - Reply

    Guter Kommentar, aber die Wertung ist fast schon zu niedrig für dieses Meisterwerk.

    • Tom 20. September 2016 at 11:32 - Reply

      Danke. 🙂

      Über Wertungen lässt sich natürlich immer streiten, die 8 Punkte bilden meine Meinung jedoch ganz gut ab, denke ich; zwar mag ich Pulp Fiction sehr, als heiligen Gral der Kinogeschichte sehe ich ihn jedoch nicht.

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