Nach seinem geglückten Debütwerk Reservoir Dogs trieb Ex-Videothekar Quentin Tarantino seine Ideenvielfalt mit Pulp Fiction auf die Spitze und servierte im besten Sinne das, was der Titel ankündigt – eine wunderbare Sammlung von Groschenromangeschichten. Nun wissen wir alle längst um den glorreichen Erfolg des Films, doch zurückblickend ging Tarantino ein gehöriges erzählerisches Risiko ein – er traute sich, zweieinhalb Stunden Laufzeit mit drei rudimentären Episoden zu füllen und auf kaum definierte Figuren zu setzen.

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Filmkritik:

Tarantinos Vertrauen in die eigenen inszenatorischen Fähigkeiten zahlt sich jedoch aus – erst seine Regie vitalisiert das rohe Script und rundet es ab. Was oft unter plump-langweiligen Kultprädikaten begraben wird, ist die Tatsache, wie geschickt der Autorenfilmer mit seiner versierten Mise en Scène die Szenen strukturiert und ihnen den grundlegenden Rhythmus verleiht, der Pulp Fiction antreibt. Auch die Kamera, die die Figuren mal verfolgt und mal spielerisch von dannen ziehen lässt, dokumentiert Tarantinos Stilwillen und zählt zu den handwerklichen Qualitäten.

Und wenn Pulp Fiction seine Figuren in verbale, locker-leichte Banalitäten verstrickt, die so gar nichts mit ihren eigentlichen „Rollen“ in diesen Ganovenstorys zu tun haben, wenn der Film ganz aufgeht in seinem postmodernen Habitus, der im Gegensatz zu den unzähligen Epigonen niemals aufgesetzt oder künstlich wirkt, wenn die nicht-chronologisch verschachtelte Narration, der schmissige Seventies-Soundtrack und die launige Nineties-Parallelwelt im Abspann kulminieren, dann sind wir Zeuge von etwas Seltenem geworden: Kinomagie.

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DIE ÄRA

In den Neunziger Jahren wurden Filme ein Objekt der Popkultur. Die amerikanische Vermarktung erhob Blockbuster zum Massenphänomen, das weit über den Filmkonsum hinaus ging. Zeitgleich bildeten eine lebendige Independentfilmszene und ein erstarktes Arthousekino den Gegenpol. Auch dank der VHS-Kassetten entwickelte das Medium Film eine ungeahnte Vielfalt.

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DAS GENRE

Der Kriminalfilm zählt aufgrund unterschiedlichster Ausprägungen zu den breitesten Genres. Die sogenannten Whodunnits beschäftigen sich mit der Täterfindung in einem einzelnen Fall; ebenso zählen die fatalistischen Detektivgeschichten des Film Noir zum Genre. Nicht zu vergessen sind Werke aus der gegensätzlichen Perspektive: Die Heist- und Gangsterfilme machen einen wesentlichen Teil des Krimigenres aus.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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