Schafe töten

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Der junge Charles Burnett drehte seine UCLA-Abschlussarbeit Schafe töten mit niedrigem Budget (Stipendiengeld) an Wochenenden und fand direkt mit diesem ersten Langfilm Eingang in die amerikanische Filmgeschichte: Das American Film Institute erwählte sein Werk zu den „essential films“ und bei der Berlinale 1981 gab es den Kritikerpreis.

Das mag zunächst aufgrund der sperrigen, überhaupt nicht dem Mainstream anbiedernden Thematik überraschen. Wenn vorzeitig gealterte schwarze Männer hart arbeiten und sonst nicht viel zu sagen haben, ihre Frauen den Abwasch besorgen und die Kinder sich draußen in grauen Trümmern herumtreiben, sich mit Steinen bewerfen, dann wirkt das ohne Vorwissen wie ein Blick in afrikanische Slums, doch spielt der Film im zeitgenössischen Los Angeles.

In seinem Naturalismus und mit seinen schmucklosen Schwarz-Weiß-Aufnahmen, aber auch wegen des Sujets erinnert Schafe töten an die Werke des Italienischen Neorealismus und betrachtet weitestgehend wertungsfrei und ohne bemüht eingewobene Identifikations- oder gar Sympathieflächen den Alltag im Armenviertel – die trostlose Atmosphäre ist Trumpf und könnte Liebhaber von amerikanischen Independentfilmen oder des Neorealismus einen Blick wert sein.

Handlung:

Das afroamerikanische Ghetto Watts, ein Stadtteil von Los Angeles, Mitte der 70er Jahre: Hier lebt Stan mit Frau und Kindern. Seinen anstrengenden Job im Schlachthof, das Schafe töten, empfindet er als notwendiges Übel, um die Familie zu ernähren. Nach der Arbeit verlegt er das Linoleum und richtet den Siphon. Je mehr tote Schafe er ausweidet, umso mehr schottet er sich von seiner Außenwelt ab. Einzig das Familienleben scheint ihm Halt und Zuflucht zu geben. Stan ist ein sensibler Träumer, der lieber auf etwas verzichtet als sein Geld mit unlauteren Geschäften zu verdienen. Seine Frau – auch sie müde und abgearbeitet – bemerkt seine Unzufriedenheit, fühlt sich aber machtlos…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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