Beinahe zehn Jahre nach dem famosen ersten Teil erzählt Sin City 2: A Dame To Kill For weitere Episoden aus Frank Millers nihilistischem Graphic-Novel-Universum und fährt wieder namhafte Darsteller auf. Obwohl sich nichts Grundsätzliches ändert, scheitert der zweite Teil jedoch.

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Filmkritik:

Nach wie vor findet Regisseur Robert Rodriguez eine stilsichere Bildsprache, setzt die Computer-Locations in schönen Schwarz-Weiß-Bildern in Szene und auch die Kameraarbeit fällt wieder ansehnlich aus. Und doch scheint dem Film alles zu fehlen, was Teil 1 zu einem Meisterwerk macht.

Die so gut wie gar nicht stattfindende Figurenzeichnung sorgt dafür, dass die Darsteller kaum Raum zum Spielen haben und ihr Auftreten seltsam hölzern wirkt; wo Mickey Rourke, Bruce Willis, Jessica Alba und Co. vor 10 Jahren noch Coolness ausstrahlten, verkommen sie nun zum tumben Klischee, was auch auf die Neuzugänge Josh Brolin, Eva Green und Joseph Gordon-Levitt zutrifft – hier verschwendet Sin City 2: A Dame To Kill For einiges an Potenzial.

Das wirkt sich auch auf die Atmosphäre aus, die behauptet, düster und pessimistisch zu sein, aber letztlich nur einen zu forciert wirkenden Gestus beweist und keine Tiefe aufbauen kann – mehr Nacktheit und ein erhöhter Gewaltgrad vermag daran nichts zu verbessern. Auch der Erzählrhythmus hat sich zum Schlechteren verändert.

So bleibt Sin City 2: A Dame To Kill For letztlich ein fader, entseelt wirkender Abklatsch des meisterhaften Vorgängers.

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DAS GENRE

Ähnlich wie der Actionfilm basiert auch das Thriller-Genre nicht auf inhaltlichen, sondern auf formalen Gesichtspunkten. Eine größtmögliche, im Optimalfall konstant gehaltene Spannung ist das Ziel. Dafür bedienen sich Thriller in der Regel einer konkreten Bedrohungslage. Wird die Gefahr überwiegend über Andeutungen und Suspense transportiert, findet gerne der Terminus Psychothriller Anwendung.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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