Während Filmemacher Shohei Imamura in seinem vorherigen Werk Pigs And Battleships noch relativ lose die gesamte japanische Nachkriegsgesellschaft sezierte, näherte er sich diesem Thema mit The Insect Woman von einer anderen Seite, indem er das exemplarische Einzelschicksal einer Frau herausgreift und den Zeitraum ausweitet – Ausschnitte aus vierzig Jahren bekommt das Publikum zu sehen.

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Filmkritik:

Dass der Film folgerichtig immer mal wieder einige Jahre in die Zukunft springt und dabei wenig Wert auf Kontinuität legt, ist allerdings gewöhnungsbedürftig und lässt The Insect Woman fragmentarisch erscheinen. Immerhin versetzt Imamura den Zuschauer so in die Lage, das Leben der Protagonistin als Ganzes zu sehen und ihre Entwicklungen beobachten zu können, sodass sein Werk in erster Linie als etwas grobe Passionsgeschichte funktioniert.

Trotz seiner Tragik entfaltet sich eine emotionale Wirkung jedoch eher schlecht als recht: Nicht nur weil die Inszenierung zu unnahbar gehalten ist, sondern auch, weil dem Film die Energie fehlt, die Imamuras andere Werke fesselnder gestalten. So lässt sich The Insect Woman letztlich als eine Art Prototyp von Imamuras ungleich besserem Drama Intentions Of Murder sehen.

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DER REGISSEUR

Shôhei Imamura zählt zu den treibenden Kräften der Japanischen Neuen Welle. In seiner mehr als 40-jährigen Karriere beschäftige er sich mit den Schattenseiten der japanischen Gesellschaft und scheute dabei keine Kontroversen. Imamura gab zu Protokoll, besonders „an der Beziehung zwischen dem unteren Bereich des menschlichen Körpers und dem unteren Bereich der Gesellschaft interessiert“ zu sein.

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Shôhei Imamura zählt zu den treibenden Kräften der Japanischen Neuen Welle. In seiner mehr als 40-jährigen Karriere beschäftige er sich mit den Schattenseiten der japanischen Gesellschaft und scheute dabei keine Kontroversen. Imamura gab zu Protokoll, besonders „an der Beziehung zwischen dem unteren Bereich des menschlichen Körpers und dem unteren Bereich der Gesellschaft interessiert“ zu sein.

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DIE STRÖMUNG

Als die französische Nouvelle Vague die Filmsprache veränderte, inspirierte sie auch die Regisseure im fernen Japan. Diese brachen nun ebenfalls mit traditioneller Inszenierung und altbackener Themenwahl. Es folgten Arbeiten unterschiedlichster Genres, die sich deutlich gesellschaftskritischer gaben und dazu einer modernen, manchmal sogar radikalen Inszenierung bedienten.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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