The Pornographers

Regie: | Jahrzehnt: | Genre: ,
Strömung: |

Filmkritik:

Shôhei Imamura zählt zu den wichtigsten Akteuren der japanischen neuen Welle und belegt dies auch mit The Pornographers, der überdreht, grotesk und bisweilen surreal daherkommt – sämtliche Konventionen werden völlig missachtet. Obwohl die Geschichte bedenkliche gewalttätige und sexuelle Ausschweifungen beinhaltet, werden die kontroversen Aspekte durch den irrsinnigen schwarzen Humor und diverse Skurrilitäten ad absurdum geführt.

Dennoch macht es The Pornographers dem Publikum alles andere als leicht: Das Drehbuch wirft munter diverse Handlungsstränge und Figuren durcheinander und besitzt nur einen fragmentarischen Erzählfluss. Doch nicht nur die Narration, sondern auch die eigentliche Geschichte gestaltet sich bisweilen schwer nachvollziehbar, weil die distanzierte Betrachtung kaum Möglichkeiten bietet, einen Zugang zu den obskuren Figuren zu finden und der Humor sehr speziell ausfällt.

Somit reißt The Pornographers vor allem formal mit, zwingt mit seiner kruden Moral zur Auseinandersetzung und formuliert einen herausfordernden Kommentar auf die Befindlichkeiten des Japans der Sechziger Jahre. Für den Einstieg ins hochinteressante Werk Imamuras eignen sich eher Vengeance Is Mine oder Pigs And Battleships.

Handlung:

Yoshimoto „Subu“ Ogata ist Pornoregisseur, seine Filme haben jedoch nur mäßigen Erfolg. Trotzdem erlaubt ihm diese zwielichtige Beschäftigung, seine Freundin Haru, deren Kinder und auch ihren angeblich als Karpfen reinkarnierten Gatten mit durchzubringen. Obwohl er seine Frau Haru liebt, verzehrt er sich nach seiner Stieftochter Keiko. Da diese ihn allerdings eiskalt abblitzen lässt, muss er seine Fantasien in seinen Filmen ausleben. Als ihn sein Geschäft anzuwidern beginnt und er jeglichem Direktkontakt zu Frauen abschwört, baut er sich seine Traumfrau kurzerhand selbst zusammen…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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