Symbolbild zu den TV-Tipps April 2019

Die Rubrik TV-Tipps versucht, die immense Menge an TV-Ausstrahlungen zu kuratieren. Nur wenige ausgewählte Filme pro Monat werden berücksichtigt. Werbefreiheit und Ausstrahlung zu einer vernünftigen Uhrzeit bilden die Voraussetzung; per Mediathek abrufbare Filme finden ebenfalls Berücksichtigung.

Die erste Monatshälfte sah mau aus, doch die Osterfeiertage bescheren uns doch noch einige sehenswerte Filme. Die TV-Tipps für April:

Die Bourne Identität

(Doug Liman, 2002)

Filmszene aus Die Bourne Identität

Am Ostersonntag bringt ZDF Neo ein Double-Feature mit gehobenem US-Kino. Der Abend startet 20:15 Uhr mit Die Bourne Identität, dem gelungenem ersten Teil der Bourne-Trilogie. Der Film von Doug Liman besticht durch ein hohes Tempo und einen von Anfang bis Ende spannenden Plot. Es folgt Spike Lees Kriminalfilm Inside Man, in dem der von Clive Owen gespielte Protagonist einen perfekten Bankraub plant.

Am Sonntag, dem 21. April 2019, um 20:15 Uhr auf ZDF Neo.

Ex Machina

(Alex Garland, 2014)

Filmszene aus Ex Machina

Wer nach Bourne Lust auf gediegene Science-Fiction hat, sollte von ZDF Neo zu 3SAT wechseln: Der Sender bringt mit Ex Machina einen subtilen Zukunftsthriller, der kluge Fragen zum Menschsein stellt, in dem er unsere Spezies mit einem vielleicht perfekten Roboter vergleicht. Im weiteren Verlauf gibt der Film von Alex Garland (Sunshine, Alles, was wir geben mussten) seine inhaltlichen Stärken leider zugunsten einfallsloser Genreelemente auf, doch die dichte Stimmung und die Darsteller überzeugen.

Am Sonntag, dem 21. April 2019, um 22:05 Uhr auf 3SAT.

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Außer Atem

(Jean-Luc Godard, 1960)

Filmszene aus Außer Atem

Außer Atem zählt unzweifelhaft zu den einflussreichsten Werken der Kinogeschichte – und vielleicht auch zu den coolsten. Wer den Nouvelle Vague-Klassiker von Jean-Luc Godard noch nicht kennt, kann sich am 24.04. auf ARTE einen Eindruck verschaffen. Godards selbstreferenzielles Spiel mit seinen US-Vorbildern und die Maßstäbe setzenden Jump-Cuts überzeugen ebenso wie die Darsteller. Jean-Paul Belmondo als Möchtegern-Bogart und die zauberhafte Jean Seberg bilden ein tolles Gespann.

Am Mittwoch, dem 24. April 2019, um 20:15 Uhr auf ARTE.

PS: Um 23:15 Uhr legt ARTE sensationellerweise nach: Für Hardcore-Fans von Godard läuft dessen neuster Streich, der Essayfilm Bildbuch.

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Die Faust im Nacken

(Elia Kazan, 1954)

Die Faust im Nacken ist ein typischer Film von Elia Kazan. Einmal mehr erzählt der Regisseur von sozialer Ungerechtigkeit und dem inneren Konflikt zwischen dem einfachen und dem richtigen Handeln. Der simple Plot begeistert nicht unbedingt, eröffnet jedoch den Raum für die tollen Schauspieler. Kazans Werk versammelt einige der besten amerikanischen Charakterdarsteller ihrer Zeit: Marlon Brando ist eine Naturgewalt, Karl Malden, Rod Steiger und Lee J. Cobb brillieren in den Nebenrollen. Fans großen Schauspielkinos kommen hier definitiv auf ihre Kosten.

Am Montag, dem 29. April 2019, um 20:15 Uhr auf ARTE.

Das Mädchen Rosemarie

(Rolf Thiele, 1958)

Filmszene aus Das Mädchen Rosemarie

Keine Spur von deutscher Piefigkeit: Das Mädchen Rosemarie basiert auf wahren Begebenheiten und schildert überraschend beschwingt, wie ein Callgirl mit den führenden Bürgern Frankfurts anbandelt und für einen Skandal sorgt. Rolf Thieles launiges Sittengemälde ist gut gespielt (u.a. Nadja Tiller, Mario Adorf, Gert Fröbe), überzeugt mit viel Zeitkolorit und seinem kecken Tonfall.

Am Dienstag, dem 30. April 2019, um 20:15 Uhr auf 3SAT.

Hier noch einmal als Übersicht:

21.04.2019 – Die Bourne Identität – 20:15 Uhr auf ZDF Neo
21.04.2019 – Inside Man – 22:00 Uhr auf ZDF Neo
21.04.2019 – Ex Machina – 22:05 Uhr auf 3SAT
24.04.2019 – Außer Atem – 20:15 Uhr auf ARTE
24.04.2019 – Bildbuch – 23:15 Uhr auf ARTE
29.04.2019 – Die Faust im Nacken – 20:15 Uhr auf ARTE
30.04.2019 – Das Mädchen Rosemarie – 20:15 Uhr auf 3SAT

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.