Obwohl sich Wenn die Gondeln Trauer tragen nicht für konventionelle Spannungselemente interessiert, sondern sich beinahe ausschließlich dem Innenleben seiner Figuren widmet, zählt Nicolas Roegs Werk zu den Klassikern der Horrorfilmgeschichte.

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Filmkritik:

Roeg, der ohnehin lieber ungewöhnliche Filme abseits konventioneller Normen dreht, inszeniert sein subtiles Horrordrama in Venedig, das gewissermaßen die Hauptrolle spielt – die Lagunenstadt wirkt allerdings ganz und gar nicht romantisch, sondern kalt, grau und muffig, die vielen kleinen Gassen erwecken den Eindruck einer labyrinthischen Gruft, durch die die Protagonisten irren.

Der Horror von Wenn die Gondeln Trauer tragen äußert sich subtil, in den hilflosen Blicken seiner Figuren, in Sätzen, die gesagt und nicht gesagt werden, durch die wunderbare musikalische Untermalung und die mystische Stimmung, die unheilschwanger über allem schwebt. Dass der Film trotz seines schweren Gestus nicht aufgesetzt wirkt, verdankt er vor allem seinem Hauptdarstellerduo: Donald Sutherland und Julie Christie spielen überragend und bringen Wärme und Menschlichkeit in das düstere Grau. Erst ihre Natürlichkeit und Intimität ermöglicht es Roeg, die konträre Stimmung Venedigs aufzubauen, die Figuren darin einzuschließen und auch das Publikum entsprechend einzubeziehen.

Dramaturgisch fällt Wenn die Gondeln Trauer tragen unorthodox aus. Er erklärt wenig und lebt von seinen Andeutungen, ist ein Film der Stimmungen, nicht der Handlungen und benötigt trotz aller handwerklichen Raffinesse etwas Geduld, belohnt dann jedoch mit einer ungewöhnlichen Filmerfahrung.

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DIE ÄRA

Die durch die neuen Wellen der Sechziger Jahre eingeleiteten Veränderungen nahmen auch in den Siebzigern Einfluss. In den USA entstand das New Hollywood und in Europa u.a. der Neue Deutsche Film. Erstmals kumulierten hohe Studiobudgets und die Kreativität junger Regisseure. Gegen Ende der Siebziger sorgte eine neue Entwicklung für die Wende: Die ersten Blockbuster erschienen und etablierten das Konzept marketinginduzierter Kino-Franchises.

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DAS GENRE

Das Horrorgenre gibt uns die Möglichkeit, Schreckensszenarien durchzuspielen und damit Stress aus unserem Unterbewusstsein abzuleiten. Der Horrorfilm bedroht immer die Normalität – sei es durch Geister, Monster oder Serienkiller. In der Regel bestrafen die Antagonisten die Verfehlungen von Sündern, inzwischen verarbeiten postmoderne Horrorfilme diese Motive jedoch auch ironisch und verbreitern damit die ursprünglichen Sujets des Genres.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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