Neu im Handel: Blow Out




Zum Film:

Blow Out liefert alles, was das Schaffen von Brian De Palma ausmacht und eignet sich daher auch gut als Einstiegsfilm. Einmal mehr bedient sich der Regisseur bei anderen Werken der Filmgeschichte und hat es dabei auf zwei ähnliche Werke abgesehen: Sowohl Michelangelo Antonionis Blow-Up, als auch Francis Ford Coppolas Der Dialog handeln von Protagonisten, die ihre Welt als Zeichensystem wahrnehmen, die Relevanz der vielen Informationen jedoch nicht mehr bestimmen können und daher gezwungen sind, ihrer eigenen Wahrnehmung zu misstrauen.

So ergeht es auch der von John Travolta gespielten Hauptfigur in Blow Out, die sich nicht sicher ist, ob sie in eine politische Verschwörung verwickelt ist oder nicht. Neben De Palmas präziser Inszenierung und der großartigen Kameraarbeit von Vilmos Zsigmond bereitet vor allem die paranoide Atmosphäre des Films besonderen Spaß und sorgt für hitchcockschen Suspense.

Zur Veröffentlichung:

Die frisch veröffentlichte Blu-ray Special Edition von Koch Media wird dem tollen Film gerecht und entpuppt sich im Filmregal als Blickfänger, da die zwei Scheiben statt in der üblichen blauen Hülle in einer roten präsentiert werden.

Die Bildqualität kann sich vor allem in den vielen dunklen Sequenzen sehen lassen und besticht durch einen hohen Schärfegrad. In einigen hellen Szenen fällt das Filmkorn ins Auge, doch das stört nicht wirklich. Der Ton hinterlässt einen soliden, aber nicht überragenden Eindruck und liegt leider nur als Monospur vor. Das mutet schon etwas ironisch an; immerhin dreht sich alles in Blow Out um das Hören. Die Blu-ray beinhaltet sowohl die deutsche Tonspur als auch den Originalton; letzterer klingt besser abgemischt und deutlich räumlicher.

Neben der Blu-ray mit dem Film enthält die Veröffentlichung noch eine DVD mit vielen Extras, die sich wirklich sehen lassen können. Ein 14-minütiges Feature mit Produzent George Litto liefert einige Hintergründe zu den Dreharbeiten, ergänzt durch lange Interviews mit Hauptdarstellerin Nancy Allen (charmant) und dem Komponisten Pino Donaggio (eher geringer Informationswert).

Das Highlight der Bonusscheibe räumt der Kameralegende Vilmos Zsigmond ein halbstündiges Interview ein, in dem dieser über seine einzigartige Vorbelichtung spricht und auf zahlreiche visuelle Details hinweist. Insbesondere der Verweis auf die omnipräsenten amerikanischen Nationalfarben, die De Palma und Zsigmond in zig Sequenzen versteckt haben, macht Lust auf eine erneute Sichtung des Films.

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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