Neu im Handel: Extrablatt




Zum Film:

Extrablatt zählt zu Billy Wilders Spätwerk und kann auf das schlagfertige Traumduo Jack Lemmon und Walter Matthau zurückgreifen, die sich als stetig streitende, aber eigentlich herzliche Zeitungsreporter in einem irrwitzigen Tohuwabohu wiederfinden, obwohl sich das Geschehen beinahe ausschließlich im Pressezimmer eines Gefängnisses abspielt.

Basierend auf einem mehrfach verfilmten Theaterstück von Legende Ben Hecht, erreicht Extrablatt zwar nicht ganz die Klasse von Howard Hawks‘ Vierziger-Jahre-Verfilmung Sein Mädchen für besondere Fälle, gibt dem Plot jedoch eine andere, ebenfalls interessante Richtung. Statt sich auf die Elemente der Screwballcomedy zu konzentrieren, liefert Wilder eine bissige Abrechnung mit den Gepflogenheiten der Klatschpresse und serviert vor allem in der zweiten Hälfte ein hochgradig amüsantes Spektakel mit viel Wortwitz und hohem Tempo, das dank hervorragenden Timings und der tollen Chemie zwischen Lemmon und Matthau gut zu unterhalten vermag.

Zur Veröffentlichung:

Extrablatt wurde zwar schon in der Vergangenheit auf Blu-ray und DVD veröffentlicht, die ab heute erhältlichen Scheiben von Koch Media enthalten jedoch eine neu gemasterte Fassung.

Die Bildqualität punktet mit ordentlichem Schärfegrad, natürlicher Farbgebung und der Abwesenheit von Kratzern und Verschmutzungen, als Abzug muss jedoch das doch recht grobe Filmkorn gewertet werden. Der Ton liegt in deutscher Synchronisation und englischem Original vor und ist gut abgemischt.

Erfreuliches hält das Bonusmaterial parat und wartet mit einem einstündigen Interview mit Billy Wilder auf, das 1995 aufgenommen wurde. Dementsprechend wirkt die Präsentation ein wenig altmodisch und die Bildqualität nicht mehr taufrisch, aufgrund des reichhaltigen Inhalts ist das jedoch zu verschmerzen.

Erfreulicherweise kommt das Feature ohne unzählige Filmeinspieler aus und entpuppt sich auch nicht als Promomaterial, in dem die üblichen Phrasen über „die tolle Zusammenarbeit mit der Crew“ gedroschen werden, sondern stellt Wilder beinahe die gesamte Laufzeit zum Sprechen zur Verfügung. Der Filmemacher schildert zunächst seine Herangehensweise an Figurenzeichnung und die Auswahl der Schauspiele, verliert dann einige Worte über die Beziehung zwischen Drehbuchautoren und Regisseuren und steuert später noch einige interessante Anekdoten bei. Vor allem in Bezug auf seinen Klassiker Sunset Boulevard berichtet Wilder viel Wissenswertes und beschreibt die Besetzungsprobleme, ein fehlgeschlagenes Testscreening und eine öffentliche Auseinandersetzung mit Louis B. Mayer.

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Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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