Extrablatt

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Filmkritik:

Billy Wilders drittletzter Film Extrablatt stellt die beste Arbeit aus seinem Spätwerk dar. Das komödiantische Kammerspiel mit dem großartigen Duo Jack Lemmon und Walter Matthau überzeugt durch die klassischen Tugenden des Genres.

Der Stoff kommt ursprünglich aus dem Theater, basiert auf einem Stück der (sechsfach oscarnominierten) Autorenlegende Ben Hecht und wurde mehrfach verfilmt. Die bekannteste und beste Version stammt von Howard Hawks, der Sein Mädchen für besondere Fälle 1940 als Screwballcomedy anlegte. Billy Wilder konzentriert sich 34 Jahre später auf einen anderen Aspekt der Geschichte: Er machte aus der weiblichen Hauptfigur Hildy Johnson einen Mann und inszenierte keinen Kampf der Geschlechter, sondern eine beißende Satire auf die sensationsheischende Klatschpresse und korrupte Inhaber öffentlicher Ämter.

Während der ersten, etwas behäbigen Filmhälfte fällt vor allem der für Wilder-Verhältnisse ungewöhnliche Tonfall auf. Wo in früheren Werken Konflikte durch harmlose Wortspielereien und witzigen Slapstick lösten, gibt sich Extrablatt deutlich härter und lässt seine Protagonisten am laufenden Band fluchen. Das passt zwar zu Matthaus rüpelhafter Figur, zählt aber nicht unbedingt zu den Stärken des Films.

Die zweite Filmhälfte steigert das Tempo und protzt mit einer hohen Gagdichte sowie einem deutlich besseren Timing. Unzählige verbale Scharmützel und die tolle Chemie zwischen Lemmon und Matthau sorgen für gute Unterhaltung, bei der die vielen treffsicheren Hiebe auf die Klatschpresse nicht untergehen. Die Qualität von Wilders großem komödiantischen Meisterwerk Das Appartement erreicht Extrablatt zwar nicht, Fans des Regisseurs kommen dennoch voll auf ihre Kosten.

Handlung:

Spitzenreporter Hildy Johnson hat die Nase voll vom Journalismus: Er konfrontiert seinen Chef damit, nun endlich seine Freundin Peggy heiraten zu wollen, nach Philadelphia zu ziehen und in die Werbebranche zu wechseln, anstatt die heiße Titelstory über die Hinrichtung eines Mörders zu schreiben. Doch als sich Hildy bei seinen Kollegen im Presseraum des Gefängnisses verabschiedet, überschlagen sich die Ereignisse. Prompt sitzt er wieder an der Schreibmaschine…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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