Aus einem deutschen Leben

Filmkritik: Kaum eine Begrifflichkeit steht stellvertretender für das Grauen des Naziregimes als Auschwitz, wo während des Zweiten Weltkrieges 1,5 Millionen Juden vergast wurden. Theodor Kotullas Aus einem deutschen Leben schildert den Werdegang eines Mannes, der Auschwitz möglich gemacht hat. Rudolf Höß trat der NSDAP aufgrund seiner patriotischen Überzeugungen bereits 1922, mehr als zehn Jahre vor der Machtergreifung Hitlers [...]

Der dritte Grad

Filmkritik: Schon die erste Szene von Der dritte Grad, eine schön gefilmte Plansequenz, offenbart den Ansatz von Regisseur Peter Fleischmann, die Erzählperspektive zu Ungunsten des Zuschauers auszulegen: In seinem Politkrimi sehen wir nur einen subjektiven Bruchteil des Geschehens und erfahren stets als Letzte, was gespielt wird. Zu Beginn erinnert Der dritte Grad an Kafkas Der Prozess und zeigt [...]

The Texas Chainsaw Massacre – Blutgericht in Texas

Filmkritik: So etwas wie The Texas Chainsaw Massacre hatte es noch nicht gegeben: Tobe Hoopers 1974 erschienenes Werk prägte das ohnehin im Wandel befindliche Horrorgenre nachhaltig, wurde zum Vorreiter und Kultfilm. Trotz des niedrigen Budgets, der Laiendarsteller und einfachster Produktionsverhältnisse zählt The Texas Chainsaw Massacre inzwischen zum Katalog des New Yorker Museum of Modern Art und zum festen [...]

Solaris (1972)

Filmkritik: Bereits einige Jahre von seinem Meisterwerk Stalker drehte Andrei Tarkowski mit der Stanislav-Lem-Adaption Solaris einen herausragenden Film mit komplexen Bedeutungsebenen und der für den Regisseur so typischen elegischen Inszenierung. In der ausführlichen Exposition, die wie nebenbei in wunderbaren Naturbildern schwelgt, wird das Wesen des Planeten Solaris erklärt, der ganz und gar von einem schaumigen Ozean bedeckt ist [...]

Die Weibchen

Filmkritik: Nichts ist normal in Die Weibchen, einer internationalen Koproduktion mit überwiegend deutscher Beteiligung, die jüngst in einer schönen Edition bei Bildstörung erschienen ist und von der irrwitzig delirierenden Regie des Tschechen Zbynek Brynych geprägt wird. Zusammen mit der hyperaktiven Kamera von Charly Steinberger entwirft der Regisseur eine seltsame Welt, in der sich Protagonistin und Publikum regelrecht verlieren. [...]

Barry Lyndon

Filmkritik: Unter den vielen Meisterwerken von Stanley Kubrick fristet Barry Lyndon eher ein Schattendasein, während die allgemeine Aufmerksamkeit sich in der Regel auf die effektvolleren Filme wie Uhrwerk Orange oder 2001: Odyssee im Weltraum richtet. Das ist schade, denn Barry Lyndon hat durchaus einiges zu bieten. Der Titel des Films sollte derweil nicht zu der Annahme verleiten, Kubricks [...]

Picknick am Valentinstag

Filmkritik: Der australische Klassiker Picknick am Valentinstag zählt zu den ungewöhnlichsten Horrorfilmen der Kinogeschichte und basiert auf wahren Begebenheiten: Am Valentinstag des Jahres 1900 verschwanden beim Ausflug eines Mädcheninternats einige Personen einfach - ohne Spur, ohne ersichtlichen Grund, ohne Hinweise. Nach der Hälfte der Spielzeit formuliert eine der Figuren den prophetischen Satz "Auf manche Fragen lassen sich keine [...]

Getaway

Filmkritik: Getaway dokumentiert einmal mehr Sam Peckinpahs Gefühl für archaische Stoffe und kreuzt zwei der härtesten Themengebiete des Kinos: den Film Noir und den Western. Der Film fußt auf einem Roman von Jim Thompson, der für seine ungemütlichen Krimis bekannt war und auch Drehbücher für Klassiker wie Die Rechnung ging nicht auf schrieb, erinnert jedoch gleichzeitig an Peckinpahs [...]

Stalker

Filmkritik: Der russische Klassiker Stalker zählt zu den unantastbaren Monumenten des Weltkinos und vollbringt nicht weniger, als aus technischer Perfektion und brillanter Geschichte pure Kinomagie zu erschaffen. Für das Drehbuch von Andrei Tarkowskis Meisterwerk griffen sich die beiden Brüder Arkadi und Boris Strugazki ein Kapitel ihres Science-Fiction-Romans Picknick am Wegesrand heraus und bauten es aus. Der Titel bezieht [...]

Lady Snowblood

Filmkritik: Lady Snowblood dürfte der mit Abstand beste und bekannteste Film des japanischen Exploitationkinos sein, das sich zu Beginn der Siebziger Jahre im Aufschwung befand und eine Reihe von starken Frauenfiguren etablierte. Während die meisten dieser Werke schnell und billig produziert wurden und plump auf Sex und Gewalt setzten, traut sich Lady Snowblood durchaus mehr zu und avancierte damit [...]