Solaris (1972)

Filmkritik: Bereits einige Jahre von seinem Meisterwerk Stalker drehte Andrei Tarkowski mit der Stanislav-Lem-Adaption Solaris einen herausragenden Film mit komplexen Bedeutungsebenen und der für den Regisseur so typischen elegischen Inszenierung. In der ausführlichen Exposition, die wie nebenbei in wunderbaren Naturbildern schwelgt, wird das Wesen des Planeten Solaris erklärt, der ganz und gar von einem schaumigen Ozean bedeckt ist [...]

Die Weibchen

Filmkritik: Nichts ist normal in Die Weibchen, einer internationalen Koproduktion mit überwiegend deutscher Beteiligung, die jüngst in einer schönen Edition bei Bildstörung erschienen ist und von der irrwitzig delirierenden Regie des Tschechen Zbynek Brynych geprägt wird. Zusammen mit der hyperaktiven Kamera von Charly Steinberger entwirft der Regisseur eine seltsame Welt, in der sich Protagonistin und Publikum regelrecht verlieren. [...]

Barry Lyndon

Filmkritik: Unter den vielen Meisterwerken von Stanley Kubrick fristet Barry Lyndon eher ein Schattendasein, während die allgemeine Aufmerksamkeit sich in der Regel auf die effektvolleren Filme wie Uhrwerk Orange oder 2001: Odyssee im Weltraum richtet. Das ist schade, denn Barry Lyndon hat durchaus einiges zu bieten. Der Titel des Films sollte derweil nicht zu der Annahme verleiten, Kubricks [...]

Picknick am Valentinstag

Filmkritik: Der australische Klassiker Picknick am Valentinstag zählt zu den ungewöhnlichsten Horrorfilmen der Kinogeschichte und basiert auf wahren Begebenheiten: Am Valentinstag des Jahres 1900 verschwanden beim Ausflug eines Mädcheninternats einige Personen einfach - ohne Spur, ohne ersichtlichen Grund, ohne Hinweise. Nach der Hälfte der Spielzeit formuliert eine der Figuren den prophetischen Satz "Auf manche Fragen lassen sich keine [...]

Getaway

Filmkritik: Getaway dokumentiert einmal mehr Sam Peckinpahs Gefühl für archaische Stoffe und kreuzt zwei der härtesten Themengebiete des Kinos: den Film Noir und den Western. Der Film fußt auf einem Roman von Jim Thompson, der für seine ungemütlichen Krimis bekannt war und auch Drehbücher für Klassiker wie Die Rechnung ging nicht auf schrieb, erinnert jedoch gleichzeitig an Peckinpahs [...]

Stalker

Filmkritik: Der russische Klassiker Stalker zählt zu den unantastbaren Monumenten des Weltkinos und vollbringt nicht weniger, als aus technischer Perfektion und brillanter Geschichte pure Kinomagie zu erschaffen. Für das Drehbuch von Andrei Tarkowskis Meisterwerk griffen sich die beiden Brüder Arkadi und Boris Strugazki ein Kapitel ihres Science-Fiction-Romans Picknick am Wegesrand heraus und bauten es aus. Der Titel bezieht [...]

Lady Snowblood

Filmkritik: Lady Snowblood dürfte der mit Abstand beste und bekannteste Film des japanischen Exploitationkinos sein, das sich zu Beginn der Siebziger Jahre im Aufschwung befand und eine Reihe von starken Frauenfiguren etablierte. Während die meisten dieser Werke schnell und billig produziert wurden und plump auf Sex und Gewalt setzten, traut sich Lady Snowblood durchaus mehr zu und avancierte damit [...]

Der weite Ritt

Filmkritik: Der Western zählt sicherlich zu den Genres, in denen am wenigsten gesprochen wird; im Zweifelsfall lassen die Protagonisten eher ihre Colts sprechen. Im New Hollywood-Western Der weite Ritt passiert hingegen beides selten. Zwei Jahre nach den Erfolgen des Kultfilms Easy Rider inszenierte Peter Fonda Der weite Ritt und spielte auch die Hauptrolle. Mit einem klassischen Western hat [...]

Alles in Butter

Filmkritik: Zum Ende der Sechziger Jahre hin wandte sich Jean-Luc Godard endgültig vom kommerziellen Kino ab, da er seiner Auffassung nach das kapitalistische System nicht mehr von innen heraus mit eigenen Waffen schlagen konnte, und gründete die Groupe Dziga Vertov, um effektiver und unabhängiger Gesellschaftskritik üben zu können. Eine kleine Ausnahme dieser Produktionsphase stellt Alles in Butter dar, [...]

Der Schakal (1973)

Filmkritik: Nur zwei Jahre nach der Veröffentlichung von Frederick Forsyths Erfolgsroman erschien mit Der Schakal bereits die erste Verfilmung und hält sich inhaltlich wie stilistisch eng an die Vorlage, setzt auf den Reiz von Realismus statt auf Effekthascherei und zählt damit zu den typischen Vertretern der europäischen Thriller-Tradition. Unaufgeregt und mit hoher Detaildichte schildert der Film des österreichischen [...]