Danach

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Die britische Produktion Danach von Richard Lester ist ein Unikum – es handelt sich um eine postapokalyptische Komödie. Lester bedient sich dieser gegensätzlichen Genremischung, um die Eigenheiten der Briten auf die Schippe zu nehmen.

Zweieinhalb Minuten dauerte „das atomare Missverständnis“, das Großbritannien in Schutt und Asche legte und nahezu die gesamte Bevölkerung auslöschte. Die letzten Überlebenden wirken körperlich einigermaßen unversehrt, scheinen geistig jedoch arg in Mitleidenschaft gezogen zu sein. Wie ein Episodenfilm schildert Danach die Lebensumstände von einem Dutzend Protagonisten; normal ist keiner von ihnen.

Neunzig Minuten lang verweigert sich Lesters Werk jeglichen Erklärungen und beobachtet seltsame Menschen bei skurrilen Handlungen. Ein Mann lässt sich in einem Koffer durch die Gegend tragen; ein Nachrichtensprecher vollzieht seine Tätigkeit nun hinter dem Rahmen eines zerstörten Fernsehers; ein Polizist setzt einen überdimensionalen Bagger ein, um seine Mitmenschen zur Bewegung aufzufordern und ein komfortbedürftiger Lord verwandelt sich in ein Wohnzimmer. Spätestens da ist klar: Weder ergibt die Handlung einen Sinn, noch schert sie sich um Plausibilität.

Danach wirkt wie eine Kreuzung aus Luc Bessons dystopischem Debütfilm Der letzte Kampf und den Arbeiten von Monty Python, sofern man aus diesem hypothetischen Drehbuch sämtliche humorvolle Pointen streicht. Danach verzichtet auf klassische Gags und gibt sich ganz seiner überbordende Absurdität hin, die in dieser Konsequenz sicherlich nur möglich war, weil Richard Lester nach seinen erfolgreichen Beatles-Filmen die Möglichkeit hatte, Danach auch als Produzent zu verantworten.

Hinter der vordergründigen Sinnlosigkeit stecken comichafte Attacken auf britische Marotten. So fungiert ein gigantischer Berg aus Porzellangeschirr als charmanter Spott auf die britische Teesucht und das brave Fahrkartenlösen in der zerstörten U-Bahn versinnbildlicht gleichermaßen Obrigkeitshörigkeit und biedere Gewohnheitsliebe. Über allem schwebt die typische Höflichkeit der Inselbewohner – sämtliche Figuren ignorieren die katastrophalen Umstände und tun so, als wäre alles in bester Ordnung.

Entwickelt das bizarre Treiben zu Beginn noch einen gewissen Reiz, verkommt mit der Zeit zur sich wiederholenden Farce, deren Unterhaltungswert aufgrund ihrer Pointenarmut stetig sinkt. Die Sinnlosigkeit des Gezeigten lässt des Öfteren ratlos zurück.

Handlung:

England liegt nach einem Atomkrieg in Schutt und Asche. Das Überleben in der Hauptstadt ist bizarr: Inmitten der Trümmer haust Penelope, die bereits im 17. Monat schwanger ist, mit ihren Eltern in U-Bahn-Waggons, während ein Inspektor und sein Assistent den irrwitzigen Plan verfolgen, stehen gebliebene Häuser zerstören zu lassen, um dem Feind den Grund zu nehmen, noch einmal anzugreifen. Der Abgedrehteste von allen ist jedoch der stolze Lord Fortnum. Er hat sich in seinem Wahn entschieden, sich in ein altes englisches Anwesen zu verwandeln…

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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