Woody, der Unglücksrabe

Filmkritik: Beinahe fünfzig Jahre umfasst Woody Allens Karriere als Autorenfilmer und mit Woody, der Unglücksrabe fing alles an. Dabei setzt der zuvor als Standup-Komiker tätige Filmemacher auf seine Stärken und nutzt den lose zusammenfabulierten Plot eher als Vehikel für zahllose Gags und Ideen. Im Stil einer Mockumentary schildert Woody, der Unglücksrabe als angeblicher Dokumentarfilm die verpatzte Verbrecherkarriere seines [...]

Port Of Flowers

Filmkritik: Port Of Flowers, der Debütfilm von Keisuke Kinoshita, erschien 1943 und damit in der Hochphase des Zweiten Weltkrieges. Zunächst beginnt sein Film wie eine heitere Komödie und schildert das Leben eines kleinen Küstendorfes und die Ankunft zwei Hochstapler, die unabhängig voneinander eintreffen und sich beinahe in die Quere kommen, dann jedoch zusammenarbeiten. Unter dem Vorwand, wie ihr [...]

The Big Lebowski

Filmkritik: Neben Pulp Fiction zählt The Big Lebowski sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten postmodernen Werken der Neunziger Jahre und erfährt seit vielen Jahren eine Verehrung als Kultfilm. Wo Tarantino noch klar ausformulierte Genrebestandteile nutzte, gingen die Gebrüder Coen deutlich konsequenter zu Werke und ließen kaum ein Plotelement auf dem anderen, dekonstruierten die Figurenanordnung und das Handlungsgerüst derart, [...]

Rubber

Filmkritik: Rubber mag von einem Autoreifen handeln, der mittels psychokinetischer Kräfte erst Kleintiere und später auch Menschen schlicht zerplatzen lässt, doch Obacht: Einen launigen Trashfilm bekommt der Zuschauer hier nicht geboten. Trotz seines B-Movie-Charmes und der kurzen Laufzeit von 80 Minuten erweist sich der dritte Film von Quentin Dupieux nicht einmal als übermäßig unterhaltsam und enttäuscht damit jene, [...]

Eine Frau ist eine Frau

Filmkritik: In seinem dritten Werk Eine Frau ist eine Frau wagte Jean-Luc Godard etwas Neues und drehte erstmals in Farbe und Cinemascope. Wieder schrieb sich der Franzose die Dekonstruktion eines Genres auf die Fahnen und liefert hier eine eigene Version amerikanischer Komödien ab. Heraus kam der lockerste Film seiner Karriere, Godard stürzt sich gänzlich in verspielte Arrangements und [...]

Die Puppe (1919)

Filmkritik: Bevor Ernst Lubitsch nach Amerika emigrierte und dort für seine "Sex Comedys" berühmt wurde, drehte er bereits in Deutschland zahlreiche Filme, die sich augenzwinkernd mit dem Verhältnis zwischen Mann und Frau beschäftigen - so auch in der Stummfilmkomödie Die Puppe, die mit einer enormen Kurzweiligkeit überrascht und Lubitschs typische Zutaten beinhaltet. Dass der Film wie im Flug [...]

Pigs And Battleships

Filmkritik: Mit Pigs And Battleships zeichnet Regisseur Shohei Imamura ein düsteres Bild des Nachkriegsjapans, das sich, besiegt und entkräftet, in einem chaotischen Zustand befindet. Trotz dieser kritischen Betrachtungsweise verfügt Pigs And Battleships jedoch über reichlich Ironie, was dem der japanischen neuen Welle zugehörigen Film trotz seiner tendenziell negativen Grundhaltung eine bisweilen fast lockere Atmosphäre verleiht. Der Nachteil dieser dem [...]

Amok – He Was A Quiet Man

Filmkritik: Amok bildet die Antithese für seichte Hollywoodkomödien - wo diese vor allem auf Massenkompatibilität ausgelegt sind und möglichst kantenlos inszeniert werden, serviert Amok seine Geschichte mit einigen Eigenheiten und garstigem Humor, was sicherlich, insbesondere wegen der Konsequenz, mit der das Drehbuch unbequem bleibt, einige Zuschauer abschrecken wird.  Amok stellt seine beiden Protagonisten nicht immer im besten Licht dar, hat [...]

Who Are You, Polly Maggoo?

Filmkritik: Who Are You, Polly Maggoo? ist der Debütfilm des in Paris lebenden Exilamerikaners William Klein und ein Vertreter der Nouvelle Vague, denn Klein tobte sich beim Einsatz seiner Mittel sehr aus. So bricht der Film bei seinem Porträt eines Models immer wieder mit konventioneller Narration und erzählt nur fragmentarisch oder unzureichend, gestattet sich, immer wieder abzudriften. Im [...]

Deep End

Filmkritik: Die Pubertät ist eine schwierige Zeit - die Welt ist so groß und man selbst so klein, ohne Lebenserfahrung, aber voller Flausen. Wer diese Phase des Lebens bewältigt hat, vergisst sie meist erfolgreich. Dem Regisseur Jerzy Skolimowski ist es sehr schön gelungen, verdrängte Erinnerungen zurückzuholen: Mit dem 1970 gedrehten Deep End erzählt er von einer kurzen Phase aus [...]