Fahrenheit 451

Filmkritik: Weil François Truffaut für die Adaption von Fahrenheit 451, dem dystopischen Romanklassiker von Ray Bradbury, in Frankreich keine Geldgeber fand, wagte er sich an seine erste und einzige englischsprachige Produktion und drehte in London mit einem internationalen Cast, zu dem Oskar Werner und Julie Christie zählen. Leider scheitert Truffauts Verfilmung aufgrund zweier wesentlicher Schwächen. Im Gegensatz zu [...]

Django

Filmkritik: Zwei Jahre nach Leones bahnbrechendem Italowestern Für eine Handvoll Dollar entstanden, fügte Sergio Corbucci der Strömung mit Django einen weiteren deftigen Akzent hinzu und schuf einen der einflussreichsten Western überhaupt. Mit dem Bild, das das amerikanische Western von kernigen Helden und sonnigen Prärien zeichnet, hat Django derweil wenig am Hut, im Gegenteil: Das Nest, in dem Corbuccis [...]

Das Irrlicht

Filmkritik: In David Finchers Meisterwerk Fight Club schlug sich ein gewisser Tyler Durden mit gelangweilten Mittelstandsmännern, in American Psycho ermordete Patrick Bateman unbedeutende Unbekannte - beide Filme beruhen auf postmodernen Romanen, die sich auf ihre Art mit der inneren Leere der vom modernen Leben konditionierten Figuren auseinandersetzen. Doch diese Symptomatik tritt nicht nur in unserer heutigen Gesellschaft zutage; [...]

Woody, der Unglücksrabe

Filmkritik: Beinahe fünfzig Jahre umfasst Woody Allens Karriere als Autorenfilmer und mit Woody, der Unglücksrabe fing alles an. Dabei setzt der zuvor als Standup-Komiker tätige Filmemacher auf seine Stärken und nutzt den lose zusammenfabulierten Plot eher als Vehikel für zahllose Gags und Ideen. Im Stil einer Mockumentary schildert Woody, der Unglücksrabe als angeblicher Dokumentarfilm die verpatzte Verbrecherkarriere seines [...]

Jigoku – Das Tor zur Hölle

Filmkritik: Jigoku startet als klassischer Krimi: Der Theologiestudent Shiro überfährt versehentlich einen betrunkenen Yakuza, der ihm vor das Auto gerannt ist. Doch das ist erst der Anfang der düsteren Tage des Studenten, denn kurze Zeit später stirbt eine ihm nahestehende Person und unglücklicherweise schmiedet die Mutter des überfahrenen Gangsters einen Racheplan – sie hat Shiros Tat gesehen. Während [...]

Yojimbo – Der Leibwächter

Filmkritik: Unter den vielen Klassikern von Akira Kurosawa zählt Yojimbo zu den einflussreichsten: Er prägte ein ganzes Genre, machte einen neuen Figurentypus populär und zog zwei gelungene Remakes nach sich. Es kommt nicht von ungefähr, dass die Handlung von Yojimbo, in der ein herrenloser Samurai in einem Kaff im Nirgendwo zwei Gangsterbanden gegeneinander ausspielt, an einen Western erinnert: [...]

Der eiskalte Engel

Filmkritik: Mit Der eiskalte Engel inszenierte Jean-Pierre Melville einen ikonografischen Klassiker des französischen Kinos und bietet ein anschauliches Beispiel für den Strom von Einflüssen, der die Filmgeschichte durchzieht. Melvilles Werk um einen stoischen Auftragskiller nutzt den Figurentypus des einzelgängerischen Antihelden, den es damals noch gar nicht so lange gab: 1941 trat erstmals ein solcher auf, im seinerzeit ungewöhnlichen [...]

In der Hitze der Nacht

Filmkritik: In der Hitze der Nacht zählt zu jenen Zeitgeistfilmen, die retrospektiv nur noch schwer zu bewerten sind, weil ihre Wirkung auf zeitgenössische Zuschauer heute nicht mehr nachgefühlt, sondern nur noch intellektuell verarbeitet werden kann. Das Werk von Norman Jewison thematisiert die Mordermittlungen eines schwarzen Großstadtpolizisten in einer Kleinstadt in Mississippi, deren Bewohner dem Fremden rassistische Ressentiments und [...]

Der zweite Atem

Filmkritik: Retrospektiv lässt sich Der zweite Atem als Übergangsfilm im Werk von Jean-Pierre Melville einordnen. Zwar konnte der eigenwillige Franzose seine inszenatorische Meisterschaft bereits in vorherigen Werken wie Der Teufel mit der weißen Weste dokumentieren, doch erst mit Der zweite Atem gelang Melville der Durchbruch beim Publikum. Diese Chance nahm er wahr und sicherte sich in den folgenden [...]

Weekend

Filmkritik: Weekend zählt zu den radikalsten Werken im Schaffen von Jean-Luc Godard und beschreibt eine Gesellschaft, die sich in Auflösung befindet. Jede Interaktion zwischen den Menschen ist geprägt durch Misstrauen, das sich in Aggressionen und Gewalt entlädt. Dabei macht das episodenhafte Road-Movie auch vor seinem Publikum nicht Halt: Nach einer so düster wie intimen, an Werke von Ingmar [...]