Jahrzehnt: 1960-1969

Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss

Filmkritik: Mit dem neunfach Oscar-nominierten New Hollywood-Drama Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss drehte Sydney Pollack eine bissige Abrechnung mit der sensationsheischenden amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Zwar basiert der Film auf dem 1936 erschienenen Roman Ums nackte Leben und spielt wie dieser in der Zeit der großen Depression, Pollacks Umsetzung erweist sich jedoch als zeitlos und wirkt heute als Parabel [...]

Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss

The Wild Bunch

Filmkritik: Als The Wild Bunch 1969 erschien, sorgte er für heftige Kontroversen. Doch wie konnte Sam Peckinpahs inzwischen breitflächig als Meisterwerk anerkannter Spätwestern ganze Scharen von Kritikern und Zuschauern gegen sich aufbringen, obwohl Sergio Leones Dollar-Trilogie dem Genre bereits die typischen Mythen ausgetrieben und mit Konventionen gebrochen hatte? Eine markige Standortbestimmung liefert bereits der Beginn des Films, bei [...]

The Wild Bunch

Rosemaries Baby

Filmkritik: Mit Rosemaries Baby setze Roman Polanski seine mit Ekel begonnene Mieter-Trilogie fort. Die Verfilmung des Erfolgsromans von Ira Levin zählt zu den Grundsteinen der Welle okkulter Horrorfilme, die in den Siebziger Jahren aufkam und mit Der Exorzist, Das Omen oder Tanz der Teufel einige berühmte Vertreter hervorbrachte. Wo die vorgenannten Werke den Genreregeln folgen und ihre Schrecken [...]

Rosemaries Baby

Achteinhalb

Filmkritik: Achteinhalb Filme drehte Federico Fellini nach seiner Rechnung bis 1962, darunter das großartige Drama Die Schwindler sowie Werke wie La Strada oder Das süße Leben, die vom Publikum gefeiert und von Preisrichtern ausgezeichnet wurden. Was tut ein Regisseur, der nach nur zehn Jahren einen Höhepunkt erreicht hat und eine große öffentliche Erwartungshaltung bedienen muss, obwohl er den [...]

Achteinhalb

Kuroneko

Filmkritik: Mit dem bildgewaltigen Geisterdrama Kuroneko fügte Kaneto Shindô der japanischen Kinogeschichte 1968 ein weiteres Meisterwerk hinzu und gießt aus Elementen von Horrorfilm und Melodram einen überwältigenden Film, der die Sinne betört. Die erste Szene mutet dem Publikum jedoch zunächst einmal ein grausiges Schauspiel zu: Aus einer abseits liegenden, dokumentarischen Perspektive sehen wir mehr als ein Dutzend Samurai [...]

Kuroneko

Spartacus

Filmkritik: Spartacus ist das Produkt einer Enttäuschung: Nachdem Kirk Douglas eine Absage für die Hauptrolle in William Wylers Ben Hur erhalten hatte und mit ansehen musste, wie der seinerzeit mit 15 Millionen Dollar Produktionskosten teuerste Film der Kinogeschichte sagenhafte elf Oscars gewann, drehte Douglas als ausführender Produzent und Hauptdarsteller in Personalunion sein "eigenes" Epos. Douglas' Ehrgeiz, gepaart mit [...]

Spartacus

Das Versteck

Filmkritik: Mit seinem Thriller Das Versteck findet der spanische Regisseur Narciso Ibáñez Serrador eine Schnittstelle klassischer Sujets des Horrorgenres und erzählt von einem Mädcheninternat, in dem einiges nicht mit rechten Dingen zugeht. Zu Beginn überzeugt Das Versteck mit seiner ausführlichen Exposition - ein neues Mädchen wird von ihrem Vormund in das Internat überstellt und zusammen mit den beiden [...]

Das Versteck

Das Loch

Filmkritik: Obwohl wohl kaum ein Thema so amerikanisch ist wie der Gefängnisausbruch und Hollywood mit zahlreichen Klassikern wie Gesprengte Ketten, Papillon, Der Unbeugsame oder Die Verurteilten jahrzehntelang immer neue Variationen vorlegte, stammt das beste Gefängnisdrama nicht aus den USA, sondern aus Frankreich. Gemeint ist nicht Robert Bressons kaum minder gelungener Film Ein zum Tode Verurteilter ist entflohen, sondern [...]

Das Loch

Gate Of Flesh

Filmkritik: Mit seinem grellen Pulp-Melodram Gate Of Flesh setzte der japanische Filmemacher Seijun Suzuki die Nachwehen des Zweiten Weltkrieges auf einmalige Weise in Szene und liefert ein ungewöhnliches Kleinod aus der Fließbandschmiede des Nikkatsu-Studios. Schnell und günstig hatten die Regisseure zu arbeiten und so drehte Suzuki im Alter von dreiundvierzig Jahren bereits seinen zweiunddreißigsten Film. Sein Drama schildert [...]

Gate Of Flesh

Die Nacht

Filmkritik: Die Nacht stellt das Mittelstück von Michelangelo Antonionis Entfremdungstrilogie dar, die der italienische Regisseur mit Die mit der Liebe spielen begann und mit Liebe 1962 abschloss. Da Die Nacht die typischen Stilmerkmale Antonionis beinhaltet, eignet er sich hervorragend als Einstiegswerk in das Schaffen des Autorenfilmers. Der Film schildert etwas weniger als 24 Stunden im Leben eines Ehepaares. [...]

Die Nacht