Die Außenseiterbande zählt zu den essenziellsten und archetypischsten Werke der Nouvelle Vague und bildet überdies einen guten Einstiegspunkt in das Schaffen Jean-Luc Godards. Im Gegensatz zu späteren Werken schildert der Franzose seine Handlung hier noch relativ konventionell und zusammenhängend und erzählt von einer ménage à trois, deren Protagonisten auf Liebe und Geld aus sind und damit – typisch bei Godard – letztlich einer utopischen Freiheit hinterher jagen.

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Filmkritik:

Der Plot gestaltet sich recht unspektakulär und wurde von Godard mit einer zweiten Ebene versehen: Der Regisseur selbst kommentiert das Geschehen aus dem Off, was in einigen Szenen tatsächlich einen Mehrwert bringt, das Geschehen ironisch konnotiert oder auflockert, oft genug jedoch auch wie ein Fremdkörper und etwas bemüht wirkt. Auch die seltsam entrückte Figurenzeichnung und das Handeln der drei Charaktere kann durch das Voice-Over nicht korrigiert werden.

Allerdings fokussiert sich Die Außenseiterbande ohnehin mehr auf die Form als auf Inhalte; Godard hat so einige verspielte Eigenheiten und Details ersonnen, die den Film wohl zu einem der lockersten Werke in seinem Schaffen machen. Neben den experimentellen Schnitten und ungewöhnlichen Einstellungen fährt Die Außenseiterbande einige Momente auf, die inzwischen fest im Kanon der Kultszenen der Filmgeschichte verankert sind. So beschließen die Figuren beispielsweise, eine komplette Minute lang zu schweigen, wagen einen Weltrekordlauf durch den Pariser Louvre oder legen wie im von Godard referenzierten Werk Weiße Nächte von Michelangelo Antonioni spontan einen coolen Tanz aufs Parkett.

Wer das Schaffen von Godard oder die Nouvelle Vague kennenlernen möchte, findet in Die Außenseiterbande das passende Anschauungsmaterial und wird aufgrund der inszenatorischen Details und des Zeitgeists auf seine Kosten kommen; die Charakterzeichnung sowie der Kontrast zwischen dem ernsten Finale und der lockeren Zeit zuvor sorgt hingegen für Irritation.

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DER REGISSEUR

Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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DER REGISSEUR

Jean-Luc Godard

Mit seinem Debütfilm Außer Atem schrieb Jean-Luc Godard Kinogeschichte und setzte die Nouvelle Vague in Gang. Der ehemalige Filmkritiker prägte das Medium Film nachhaltig: Seine postmoderne Erzählweise und innovativen Inszenierungen, seine beißende Gesellschaftskritik und Essayfilme wurden bewundert, diskutiert und kopiert. Allein in den Sechziger Jahren drehte Godard 15 Werke, von denen die meisten inzwischen fest zum Kanon der Filmgeschichte gehören.

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DIE STRÖMUNG

Die Nouvelle Vague wischte die altmodischen „Filme der Väter“ beiseite und entwickelte das moderne Kino. Erstmals beschäftigten sich Filme selbstreferenziell mit sich selbst, anstatt lediglich Geschichten mit Bildern zu erzählen. Mit der Generalüberholung von Inszenierung, Schnitt und Erzählweise legte die Nouvelle Vague die Grundlagen unserer heutigen postmodernen Filme, Musikvideos und Werbespots.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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