Genre: Drama

Kinder des Olymp

Filmkritik: Wer Kinder des Olymp schaut, erlebt ein Wunder. Nicht nur, weil Marcel Carnés Film zu den größten Meisterwerken der Kinogeschichte zählt und mit seinem Erscheinen im Jahr 1945 den imposanten Schlusspunkt unter den Poetischen Realismus setzte, sondern vor allem, weil es unfassbar erscheint, dass ein solch phänomenaler Klassiker unter den denkbar katastrophalsten Bedingungen im von den Nazis [...]

Kinder des Olymp

Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss

Filmkritik: Mit dem neunfach Oscar-nominierten New Hollywood-Drama Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss drehte Sydney Pollack eine bissige Abrechnung mit der sensationsheischenden amerikanischen Unterhaltungsindustrie. Zwar basiert der Film auf dem 1936 erschienenen Roman Ums nackte Leben und spielt wie dieser in der Zeit der großen Depression, Pollacks Umsetzung erweist sich jedoch als zeitlos und wirkt heute als Parabel [...]

Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss

Asphaltrennen

Filmkritik: Selbst unter den freigeistigen Vertretern des New Hollywood zählt Asphaltrennen zu den unkonventionellen Außenseitern und floppte zunächst an den Kinokassen, erlangte inzwischen jedoch - auch dank prominenter Fürsprecher wie Quentin Tarantino - einen Status als Kultfilm. Entgegen seines Titels liefert Asphaltrennen keine packende Autorennen und ist alles andere als rasant inszeniert. Im Gegenteil: Regisseur Monte Hellman reduziert [...]

Asphaltrennen

Der Mieter (1976)

Filmkritik: Mit Der Mieter schloss Roman Polanski seine mit Ekel begonnene und mit Rosemaries Baby fortgesetzte Mieter-Trilogie ab und inszenierte erneut einen Horrorfilm ohne plakative Schrecken, der sich seinem Sujet hochgradig subtil und psychologisch nähert und dennoch zu fesseln vermag. Ursprünglich wollte Jack Clayton (Schloss des Schreckens) den Roman Le locataire chimerique von Roland Topor verfilmen, doch dann [...]

Der Mieter (1976)

Achteinhalb

Filmkritik: Achteinhalb Filme drehte Federico Fellini nach seiner Rechnung bis 1962, darunter das großartige Drama Die Schwindler sowie Werke wie La Strada oder Das süße Leben, die vom Publikum gefeiert und von Preisrichtern ausgezeichnet wurden. Was tut ein Regisseur, der nach nur zehn Jahren einen Höhepunkt erreicht hat und eine große öffentliche Erwartungshaltung bedienen muss, obwohl er den [...]

Achteinhalb

Alles über Eva

Filmkritik: Wahnwitzige 14 Oscarnominierungen erhielt Alles über Eva 1951, was zu einem interessanten Giganten-Duell mit Billy Wilders Sunset Boulevard führte, der elf Mal auf der Nominierungsliste stand, sich aber am Ende geschlagen geben musste: Alles über Eva wurde mit sechs Auszeichnungen der Sieger des Abends. Beide Filme entlarven die Schattenseiten des amerikanischen Showbusiness, doch vielleicht erschien Wilders Abrechnung mit [...]

Alles über Eva

Do The Right Thing

Filmkritik: Do The Right Thing zählt zu den besten filmischen Aufarbeitungen zum Thema Rassismus, weil der afroamerikanische Regisseur Spike Lee das Sujet von innen angeht und auf den kleinsten gemeinsamen Nenner herunterbricht, anstatt sich in abstrakten Sphären zu verrennen. Nur einen einzigen Tag umfasst die Handlung des Films, aber keinen willkürlichen - der Wetterbericht sagt die heißesten Temperaturen [...]

Do The Right Thing

Hexenkessel

Filmkritik: Nach seinen ersten, durchwachsenen Gehversuchen unter den Fittichen von B-Movie-Pabst Roger Corman gelang Martin Scorsese 1973 mit Hexenkessel der künstlerische wie kommerzielle Durchbruch. Auch Hauptdarsteller Harvey Keitel und Robert De Niro ebnete der Film den Weg zur großen Karriere. Wie auch später in Casino und GoodFellas arbeitet sich auch Hexenkessel mehr an seinen Charakteren ab und an [...]

Hexenkessel

Unter dir die Stadt

Filmkritik: Es ist schon erstaunlich, dass die Berliner Schule nicht so recht vom Fleck kommt in Deutschland. In Frankreich wird bereits seit Jahren von einer Nouvelle Vague Allemande geschrieben, auf diversen Filmfestivals sind die Werke von Christian Petzold, Thomas Arslan oder Angela Schanelec ebenfalls regelmäßig vertreten. Und hierzulande? Da laufen die wenig gewinnbringenden Filme kurz mal für eine [...]

Unter dir die Stadt

Aus einem deutschen Leben

Filmkritik: Kaum eine Begrifflichkeit steht stellvertretender für das Grauen des Naziregimes als Auschwitz, wo während des Zweiten Weltkrieges 1,5 Millionen Juden vergast wurden. Theodor Kotullas Aus einem deutschen Leben schildert den Werdegang eines Mannes, der Auschwitz möglich gemacht hat. Rudolf Höß trat der NSDAP aufgrund seiner patriotischen Überzeugungen bereits 1922, mehr als zehn Jahre vor der Machtergreifung Hitlers [...]

Aus einem deutschen Leben