491

Regie: | Jahrzehnt: | Genre:


Filmkritik:

Vilgot Sjömans schwedisches Jugenddrama 491 dokumentiert in nüchternem Stil ein Resozialisierungsprogramm für straffällige Jugendliche und sorgte für heftige Kontroversen.

Zunächst beginnt 491 konventionell: Die Jugendlichen scheinen tatsächlich asozial zu sein und von den beiden unterschiedlich agierenden Aufsichtspersonen kaum gebessert werden zu können – weder in Gegenwart des autoritären, noch durch das Tun des kumpelhaften Erziehers ist ein Fortschritt zu erkennen, im Gegenteil – was mit anarchischer Aufsässigkeit beginnt, eskaliert zunehmend und endet mit Zuhälterei, Sodomie und Tod.

Doch zu diesem Zeitpunkt führt 491 seinem Publikum längst die Schuld der Erwachsenen vor Augen, die sich als die eigentlichen Täter entpuppen, was die Aussage des Films plötzlich ins Gegenteil verkehrt und die Kontroversen von damals auch heute noch nachvollziehbar erscheinen lässt.

Die tristen Bilder und der Verzicht auf Off-Musik machen es noch schwerer, sich dem Geschehen zu entziehen oder es zu abstrahieren, unterstreichen die pessimistische Stimmung des Films. Sjömans Klassiker des kontroversen Kinos hat nichts von seiner Wirkung verloren, 491 bietet reichhaltiges Diskussionsmaterial.

Handlung:

Eine Handvoll jugendlicher Straftäter erhält die experimentelle Möglichkeit, zur Resozialisierung in einer WG zusammen zu wohnen. Doch die verschiedenen Charaktere innerhalb der Gruppe, die autoritären Einflüsse von außen sowie der alles andere als soziale Sozialarbeiter des Jugendamtes bringt das Experiment nach und nach zum Scheitern und beschwört eine Katastrophe herauf…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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