Verdammt in alle Ewigkeit

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Filmkritik:

Verdammt in alle Ewigkeit verschreibt sich gänzlich dem Gestus der Traumfabrik Hollywood und wurde dafür mit acht Oscars belohnt. Das wirkt wenig überraschend, da das Melodram von Fred Zinnemann absolut alle inhaltlichen Voraussetzungen mitbringt, die große Studiofilme für eine Vielzahl von Oscars prädestiniert.

Das Drehbuch vereint ein exotisches Setting mit einem historischen Hintergrund und spielt im Sommer 1941, vor dem sich anbahnenden Eintritt Amerikas in den Zweiten Weltkrieg, in einem Militärstützpunkt auf Hawai. Dies beschwört gleichzeitig eine gewisse Armeeromantik und ergibt die Gelegenheit, nahezu alle großen Themen des amerikanischen Kinos zu verhandeln: Die Figuren werden von Ehre und Gewissen, von Idealen und Pflichten, von Vaterlandstreue und dem Streben nach individueller Freiheit getrieben.

Als wäre das nicht schon genug, handelt es sich bei Verdammt in alle Ewigkeit auch noch um eine Literaturverfilmung, die bei den Oscars traditionell gut abschneiden. Der gleichnamige Roman über Berufssoldaten in Friedenszeiten von James Jones, der später noch Vorlagen für weitere Filme (Verdammt sind sie alle und Der schmale Grat) schrieb und selbst als Soldat diente, setzte sich durchaus kritisch und differenziert mit dem Militär auseinander. Die Filmadaption mildert die unbequeme Ambivalenz größtenteils ab und verkehrt die allzu kritischen Elemente regelrecht ins Gegenteil.

Statt auf vieldeutige Feinheiten setzt Verdammt in alle Ewigkeit auf die exotische Atmosphäre, die starken Themen und das namhafte Ensemble; da Zinnemanns Werk vornehmlich über Dialoge funktioniert, erweist es sich als dankbarer Schauspieler-Film. Während Frank Sinatra und Burt Lancaster eher durch ihre Ausstrahlung glänzen, spielt Montgomery Clift die Hauptrolle bravourös und hält den Geist der Vorlage mit seiner ambivalenten Darstellung in Ehren. Eine positive Überraschung stellen die beiden wichtigen Frauenrollen des Films dar: Nicht nur überzeugen Deborah Kerr und Donna Reed, sondern auch die Anlage des Drehbuchs, die den beiden Figuren deutlich mehr Raum und Persönlichkeit überlässt, als es die meisten Hollywoodfilme dieser Zeit taten.

Die Handlung selbst verläuft eher unspektakulär, weil ihr die Zwischentöne des Romans fehlen. Die beiden männlichen Protagonisten stehen an einem Scheidepunkt ihrer Karrieren, für die sie einen Teil ihrer individuellen Freiheit opfern müssten, während die beiden Frauen mit ihren Abhängigkeiten und Zukunftsträumen kämpfen – das ist solide Hollywoodkost, die erst im letzten Viertel zu überraschen mag und sämtliche Erzählstränge in eine neue Richtung lenkt, während das Finale dann leider wenig einfallsreich verpufft. Aufgrund der entsprechend ausgerichteten Konzeption erscheinen die vielen Oscars für Verdammt in alle Ewigkeit nachvollziehbar, darüber hinaus bietet der Film jedoch leidiglich solide Kost für Fans klassischer Melodramen.

Handlung:

Sommer 1941: In der Kaserne „Schofield“ auf Hawai führt Captain Holmes ein strenges Regiment. Um die örtliche Boxmannschaft und damit seine Karrierechancen zu verbessern, lässt er den talentierten Mittelgewichtler Sergeant Prewitt nach Schofield versetzen, doch dieser weigert sich, weiterhin zu boxen und wird daraufhin fortwährend mit Strafdiensten schikaniert. Währenddessen beginnt Holmes‘ Stellvertreter Warden eine Affäre mit der unglücklichen Ehefrau seines Captains – ein schweres Vergehen, das auf keinen Fall auffliegen darf…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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2017-08-08T15:29:17+00:00

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