Dschungel im Sturm gestaltet sich vor allem aus filmhistorischem Blickwinkel interessant, denn er entstand vor der Einführung des Hays Code und kann als Musterbeispiel für die späte Pre-Code-Ära gesehen werden – wo nachfolgende Werke strengen Sittenregeln entsprechen mussten und weder Anzüglichkeiten, noch Gefluche enthalten durften, spielt Dschungel im Sturm offensiv mit seiner Erotik.

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Dabei gelingt es dem Drehbuch jedoch, niemals plump zu wirken und die Handlungen seiner vier Hauptfiguren nachvollziehbar zu schildern, sodass zum Ende hin nicht nur die oftmals zweideutigen Dialoge, sondern auch die Auflösung der verstrickten Situation für einen stimmigen Unterhaltungswert sorgen. Zur gelungenen Figurenzeichnung tragen auch die Darsteller bei: Clark Gable, der kurze Zeit später (erneut mit Regisseur Victor Fleming) Weltruhm mit Vom Winde verweht erlangte, sowie die beiden passend besetzten Aktricen Mary Astor und Jean Harlow ergänzen sich prima, die Chemie stimmt.

So funktioniert Dschungel im Sturm in seinen 82 Minuten Spielzeit recht gut – was fehlt, sind größere Konflikte und markante Einzelszenen, denn trotz seines offenen Umgangs mit Themen wie Ehebruch und unehelichem Sex bleiben heftige Reibereien oder Gefühlsausbrüche seitens der Figuren aus – für längere Auseinandersetzungen war wohl zu wenig Spielzeit (und Budget) vorhanden.

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DIE ÄRA

In den Dreißiger Jahren setzte sich der Tonfilm endgültig durch. In den USA brach die Ära des klassischen Hollywood an. In Frankreich entstand eine der einflussreichsten Strömungen der Kinogeschichte: Der Poetische Realismus. Der drohende Weltkrieg sorgte in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts für eine Auswanderungswelle europäischer Filmschaffender, was die Vormachtstellung Hollywoods zementierte.

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

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Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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