Die Schwestern von Gion

Filmkritik: Die Schwestern von Gion zählt zu den elementaren Vorkriegsklassikern des japanischen Kinos und zeigt eine Gesellschaft am Scheideweg, gefangen zwischen Tradition und Moderne. Vertreten werden die beiden Parts durch jeweils eine von zwei Schwestern, denen der fabelhafte Regisseur und Drehbuchautor Kenji Mizoguchi in seinem Sozialdrama einiges abverlangt. Zunächst reichen Mizoguchi einige wenige Szenen, um die ungleichen Schwestern [...]

Vampyr – Der Traum des Allan Grey

Filmkritik: Man könnte annehmen, das kleine Dorf Courtempierre befände sich in irgendwo in der französischen Provinz, doch in Wirklichkeit liegt der Schauplatz von Carl Theodor Dreyers Vampyr in einer düsteren Zwischenwelt aus Schatten und Fieberträumen, beschienen von einer fahlen Sonne, die die Landschaft in bleiches Leichenlicht taucht und nie in das Innere der Häuser zu dringen vermag. Aufgrund [...]

Der öffentliche Feind

Filmkritik: Nachdem Josef von Sternbergs Unterwelt im Jahr 1927 den Gangsterfilm ins amerikanische Kino einführte, setzte Der öffentliche Feind den ersten Höhepunkt und machte seinen charismatischen Hauptdarsteller James Cagney, der zunächst nur für eine Nebenrolle vorgesehen war, zum Star. Aus meiner Sicht wirkt sein Spiel hier allerdings noch etwas ungeschliffen, als wisse er noch nicht, wohin mit seiner [...]

Die Hündin

Filmkritik: Mit Die Hündin drehte Jean Renoir ganze neun Jahre vor dem Aufkommen des klassischen amerikanischen Film Noir bereits einen Prototypen, der typische Merkmale der Strömung aufweist und aufzeigt, welch großen Einfluss das europäische Kino jenseits des Atlantiks ausübte. Allerdings handelt es sich bei Die Hündin nicht um einen Kriminalfilm, sondern Renoirs Werk steht noch in der Tradition des [...]

A propos de Nice

Filmkritik: Ähnlich wie Dziga Vertovs berühmtes Werk Der Mann mit der Kamera dokumentiert auch Jean Vigo mit seinem Kurzfilm À propos de Nice vordergründig das Leben der Menschen einer Stadt, benutzt dabei jedoch eine universelle Filmsprache, um die eigentlich dokumentarischen und demnach wertfreien Bilder subjektiv wie subversiv zu kommentieren. Der gewiefte Schnitt und der clevere Einsatz von Musik konnotieren [...]

Dschungel im Sturm

Filmkritik: Dschungel im Sturm gestaltet sich vor allem aus filmhistorischem Blickwinkel interessant, denn er entstand vor der Einführung des Hays Code und kann als Musterbeispiel für die späte Pre-Code-Ära gesehen werden – wo nachfolgende Werke strengen Sittenregeln entsprechen mussten und weder Anzüglichkeiten, noch Gefluche enthalten durften, spielt Dschungel im Sturm offensiv mit seiner Erotik. Dabei gelingt es dem Drehbuch [...]