Unter dir die Stadt

Filmkritik: Es ist schon erstaunlich, dass die Berliner Schule nicht so recht vom Fleck kommt in Deutschland. In Frankreich wird bereits seit Jahren von einer Nouvelle Vague Allemande geschrieben, auf diversen Filmfestivals sind die Werke von Christian Petzold, Thomas Arslan oder Angela Schanelec ebenfalls regelmäßig vertreten. Und hierzulande? Da laufen die wenig gewinnbringenden Filme kurz mal für eine [...]

Die Taschendiebin

Filmkritik: Mit Die Taschendiebin knüpft der südkoreanische Filmemacher Park Chan-wook an seine glorreichen Zeiten an: Mehr als zehn Jahre nach dem Abschluss seiner Rachetrilogie und acht Jahre nach seinem letzten koreanischem Werk Durst meldet sich Park eindrucksvoll zurück und weiß zu überraschen. Die Taschendiebin ist nicht nur ein guter Film geworden, sondern dokumentiert eine Weiterentwicklung des Regisseurs, der [...]

Edge Of Tomorrow

Filmkritik: Welch positive Überraschung! Statt wie ein Jahr zuvor mit Oblivion ein gänzlich auf Tom Cruise zugeschnittenes Starvehikel abzuliefern, serviert Hollywood mit Edge Of Tomorrow eines der unterhaltsamsten Werke der letzten Jahre. Der Film von Doug Liman (Die Bourne Identität) setzt voll und ganz auf eine nicht neue, aber nach wie vor originelle Idee und schildert seinen Sci-Fi-Plot in [...]

Rubber

Filmkritik: Rubber mag von einem Autoreifen handeln, der mittels psychokinetischer Kräfte erst Kleintiere und später auch Menschen schlicht zerplatzen lässt, doch Obacht: Einen launigen Trashfilm bekommt der Zuschauer hier nicht geboten. Trotz seines B-Movie-Charmes und der kurzen Laufzeit von 80 Minuten erweist sich der dritte Film von Quentin Dupieux nicht einmal als übermäßig unterhaltsam und enttäuscht damit jene, [...]

Michael (2011)

Filmkritik: Das österreichische Drama Michael wagt sich an ein heikles Thema und schildert das mehrere Monate andauernde „Zusammenleben“ eines Pädophilen und eines entführten Jungen. Es ist ein schmaler Grad, auf dem Regisseur Markus Schleinzer da wandelt. Er könnte den Täter dämonisieren und den Plot dramatisieren, zur leichteren Konsumierbarkeit, oder aber möglichst realistisch und vorurteilsfrei beobachten, was wiederum der [...]

Das Turiner Pferd

Filmkritik: Mit Das Turiner Pferd schloss einer der großen Formalisten des Weltkinos seine Karriere ab - der ungarische Filmemacher Béla Tarr fährt ein letztes Mal alles auf, was ihn mit der Riege von transzendenten Regisseuren wie Carl-Theodor Dreyer, Robert Bresson und Andrei Tarkowski in Verbindung bringt und entfesselt nicht weniger als den Untergang der Welt. Aufgeteilt in sechs [...]

Mission Impossible – Phantom Protokoll

Filmkritik: Mission Impossible – Phantom Protokoll ist der vierte Teil des Erfolgsfranchises und setzt noch gezielter als die Vorgänger auf Superlative, entfernt sich dabei aber auch noch einen weiteren Schritt von den Wurzeln des ersten Films der Reihe und schwingt sich auf in laue Blockbustersphären. Immerhin gibt es viel zu sehen, denn in der Tradition von James Bond [...]

Sleeping Beauty

Filmkritik: Sleeping Beauty verfügt über eine spannende Idee und zeigt eine Frau, die sich gegen Geld betäuben lässt, um nackt in einem Bett liegend, Männern passiv Gesellschaft zu leisten. Doch worum geht es der Drehbuchautorin und Regisseurin Julia Leigh in ihrem Debütfilm? Es gestaltet sich schwierig, die Thematik des durchaus vielseitig interpretierbaren Stoffes einzugrenzen - Sleeping Beauty könnte von [...]

Predestination

Filmkritik: Nachdem die Spierig-Brüder bereits in ihrem eher mauen Sci-Fi-Vampirthriller Daybreakers eine düstere Zukunftsversion entwarfen, bleiben Sie dem Setting auch mit Predestination treu; allerdings spielt ihr auf der tollen Kurzgeschichte All You Zombies basierender Film hauptsächlich in den Siebziger Jahren. Wie das geht? Predestination handelt (auch) von Zeitreisen. Trotz des packenden Anfangs handelt es sich allerdings nicht um [...]

Alles, was wir geben mussten

Filmkritik: Obwohl Kazuo Ishiguros Roman Alles, was wir geben mussten erst im Jahr 2005 erschien, gilt er inzwischen schon als moderner Klassiker; die Adaption erreichte diesen Status bislang noch nicht, doch ich hoffe, das ändert sich noch, denn Drehbuchautor Alex Garland und Regisseur Mark Romanek übersetzten Geist und Atmosphäre des Romans wunderbar auf das Medium Film. Alles, was [...]