In seinem zweiten Spielfilm Mr. Freedom entwirft der nach Frankreich ausgewanderte Amerikaner William Klein eine quietschbunte Pop-Art-Groteske, die die Vereinigten Staaten als imperialistischen Verbrecherstaat bloßzustellen – der Titelheld Mr. Freedom ist ein psychopathischer Superman-Verschnitt, der unter Glorifizierung amerikanischer Tugenden versucht, Paris von Kommunisten zu befreien. Klein scheut nicht vor reichlich Trash-Appeal zurück und wirft den Protagonisten in ein Wirrwarr farbenprächtiger Interieurs, reiht schräge Figuren, absurde Situationskomik und altmodische Musiknummern aneinander und kommentiert die amerikanischen Weltanschauung mit beißendem Spott. In der zweiten Filmhälfte sinkt der Unterhaltungswert von Mr. Freedom, dennoch ist Klein ein faszinierendes Unikum geglückt.