The Big Lebowski

Filmkritik: Neben Pulp Fiction zählt The Big Lebowski sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten postmodernen Werken der Neunziger Jahre und erfährt seit vielen Jahren eine Verehrung als Kultfilm. Wo Tarantino noch klar ausformulierte Genrebestandteile nutzte, gingen die Gebrüder Coen deutlich konsequenter zu Werke und ließen kaum ein Plotelement auf dem anderen, dekonstruierten die Figurenanordnung und das Handlungsgerüst derart, [...]

Funny Games

Filmkritik: Nachdem Michael Haneke in seinen ersten drei Kinofilmen seinen Inszenierungsstil gefunden und etabliert hatte, wagte er mit seinem vierten Werk ein Experiment und drehte den kontroversesten Film seines inzwischen 25-jährigen Schaffens: Mit Funny Games schlägt der Österreicher mitten ins Kontor der Sehgewohnheiten und formuliert eine bissige Medien- und auch Zuschauerkritik. Für einige Kontroversen sorgte Hanekes Ansatz, Funny Games [...]

Humanität

Filmkritik: Eigentlich handelt es sich bei Humanität um einen Kriminalfilm, doch wie auch in seinen anderen Werken nutzt Regisseur Dumont das Genre nur als Folie und dekonstruiert es, um etwas anderes zu erzählen. Zwar bilden ein schrecklicher Sexualmord in einer Kleinstadt und dessen Aufklärung den äußeren Rahmen der Handlung, doch Dumont ist letztlich mehr daran gelegen, das existenzielle [...]

Alien³

Filmkritik: Nach den überaus erfolgreichen ersten beiden Teilen entschied man sich bei 20th Century Fox, bei Alien³ auf Nummer sicher zu gehen, was zwangsläufig zu Differenzen bei den kreativen Prozessen führte und einem Drehbuchautoren sowie einem Regisseur den Job kostete. Dann übernahm der renommierte Musikvideoregisseur David Fincher, der später Meisterwerke wie Fight Club und Sieben drehen sollte und [...]

The Minus Man

Filmkritik: Dass Hampton Fancher im stolzen Alter von 61 Jahren sein Regiedebüt feiern und mit The Minus Man einen erstaunlichen Film realisieren konnte, ist Hollywood zu verdanken – obwohl sich Fancher mit seinem Script für Blade Runner unsterblich machte, war er stets zu freigeistig für die große Filmindustrie, die kaum eines seiner Drehbücher umsetzen wollte, sodass Fancher nach vielen [...]

Stephen Kings ES

Filmkritik: Mit Stephen Kings ES adaptierte das amerikanische Fernsehen eine der bekanntesten und besten Geschichten von Stephen King und widmet dem umfangreichen Roman immerhin ganze drei Stunden, was es ermöglicht, sich trotz vieler Kürzungen an den Kern der Vorlage zu halten. Dafür muss der Film allerdings seine Dramaturgie opfern: In beinahe jeder Szene lässt Stephen Kings ES in irgendeiner [...]

Der Soldat James Ryan

Filmkritik: Der Soldat James Ryan startet mit einer überaus heftigen Exposition und wirft den Zuschauer mitten in die Landung in der Normandie am D-Day, zeigt den Krieg umfassend und enorm physisch als das, was er am Ende ist - ein blutiges, unmenschliches Gemetzel. Mit den von Granaten zerfetzten oder von Maschinengewehrgarben zerteilten Soldaten proklamiert Der Soldat James Ryan im Gegensatz [...]

Crash

Filmkritik: Selbst im vielfältigen Schaffen von David Cronenberg nimmt Crash eine Sonderstellung ein und markiert vielleicht den Punkt, an dem sich der Kanadier am weitesten von allen herkömmlichen Konventionen entfernte. Sich eng an die kontroverse literarische Vorlage des renommierten Sci-Fi-Autoren J.G. Ballard haltend, entwirft Cronenberg eine abgründige, durch und durch sexualisierte Parallelwelt inmitten unserer Realität. Im Gegensatz zum Roman, [...]

Pulp Fiction

Filmkritik: Nach seinem geglückten Debütwerk Reservoir Dogs trieb Ex-Videothekar Quentin Tarantino seine Ideenvielfalt mit Pulp Fiction auf die Spitze und servierte im besten Sinne das, was der Titel ankündigt - eine wunderbare Sammlung von Groschenromangeschichten. Nun wissen wir alle längst um den glorreichen Erfolg des Films, doch zurückblickend ging Tarantino ein gehöriges erzählerisches Risiko ein - er traute sich, [...]

Diabolisch

Filmkritik: 41 Jahre, nachdem Clouzots Meisterwerk Die Teuflischen im Olymp des Thrillergenres Platz nahm, drehte Hollywood mit Diabolisch ein Remake des Klassikers – und scheitert in gewohnter Manier. So wird der wunderbare Plot des Originals zwar übernommen, doch dessen fatalistische Atmosphäre des Unkonkreten, Mysteriösen bleibt dabei zur Gänze auf der Strecke. Als Stimmungskiller ist – neben der Tatsache, dass [...]