Dead Man

Filmkritik: In Dead Man nimmt uns der Autorenfilmer Jim Jarmusch in seinem ersten Genrefilm mit in seine Version des Wilden Westens. Dabei versetzt Jarmusch Publikum und Protagonist in dieselbe Situation. William Blake reist aus einer Großstadt nach Westen und sieht sich nach einem Mord aus Notwehr gezwungen, vor einer Gruppe von Kopfgeldjägern zu flüchten. Begleitet vom vielleicht entspanntesten [...]

Lost Highway

Filmkritik: Mit Lost Highway ging der ohnehin nicht besonders an Genregrenzen interessierte Autorenfilmer David Lynch noch einen Schritt weiter als zuvor: Wo er in Blue Velvet das Grauen noch schubweise hinter einer Bilderbuch-Vorstadtwelt hervorkriechen ließ und diese Grenzerfahrung linear schilderte, verabschiedet sich Lost Highway in surreale Gefilde, die ihre Schrecken schon lange nicht mehr maskieren können. Im ersten Drittel [...]

Wild At Heart

Filmkritik: In seinem fünften Film Wild At Heart entwirft David Lynch ein seltsames postmodernes Märchen. In dem Road-Movie flüchten die beiden Liebenden Sailor und Lula vor Auftragsmördern und erleben allerhand Kurioses. Dabei verzichtet Wild At Heart auf eine ausformulierte Handlung, sondern setzt auf eine episodenhafte Narration, um eine groteske Albtraumwelt zu entwerfen, die wie ein böser Zwillingsbruder des [...]

Following

Filmkritik: Mit Following fing alles an: Bevor Christopher Nolan mit Memento der Durchbruch gelang, drehte er 1998 einen 70-minütigen Low-Budget-Thriller, der bereits das riesige Talent des damals erst 28 Jahre jungen Filmemacher offenbarte. Mit der Hilfe von Freunden und einem extrem niedrigen Budget huldigt Nolan dem Film Noir und seiner Vorliebe für verschachteltes Erzählen. Wie auch in späteren [...]

Europa

Filmkritik: Mit Europa schloss Lars von Trier seine gleichnamige Trilogie ab und variierte all jene Elemente, die schon den Auftakt The Element Of Crime zu einem tollen Werk machten. Im Hinblick auf The Element Of Crime geht der dänische Filmemacher zu Beginn noch einen Schritt weiter. Wo dort noch der Protagonist hypnotisiert wurde, um eine Reise in die [...]

The Big Lebowski

Filmkritik: Neben Pulp Fiction zählt The Big Lebowski sicherlich zu den bekanntesten und beliebtesten postmodernen Werken der Neunziger Jahre und erfährt seit vielen Jahren eine Verehrung als Kultfilm. Wo Tarantino noch klar ausformulierte Genrebestandteile nutzte, gingen die Gebrüder Coen deutlich konsequenter zu Werke und ließen kaum ein Plotelement auf dem anderen, dekonstruierten die Figurenanordnung und das Handlungsgerüst derart, [...]

Funny Games

Filmkritik: Nachdem Michael Haneke in seinen ersten drei Kinofilmen seinen Inszenierungsstil gefunden und etabliert hatte, wagte er mit seinem vierten Werk ein Experiment und drehte den kontroversesten Film seines inzwischen 25-jährigen Schaffens: Mit Funny Games schlägt der Österreicher mitten ins Kontor der Sehgewohnheiten und formuliert eine bissige Medien- und auch Zuschauerkritik. Für einige Kontroversen sorgte Hanekes Ansatz, Funny Games [...]

Humanität

Filmkritik: Eigentlich handelt es sich bei Humanität um einen Kriminalfilm, doch wie auch in seinen anderen Werken nutzt Regisseur Dumont das Genre nur als Folie und dekonstruiert es, um etwas anderes zu erzählen. Zwar bilden ein schrecklicher Sexualmord in einer Kleinstadt und dessen Aufklärung den äußeren Rahmen der Handlung, doch Dumont ist letztlich mehr daran gelegen, das existenzielle [...]

Alien³

Filmkritik: Nach den überaus erfolgreichen ersten beiden Teilen entschied man sich bei 20th Century Fox, bei Alien³ auf Nummer sicher zu gehen, was zwangsläufig zu Differenzen bei den kreativen Prozessen führte und einem Drehbuchautoren sowie einem Regisseur den Job kostete. Dann übernahm der renommierte Musikvideoregisseur David Fincher, der später Meisterwerke wie Fight Club und Sieben drehen sollte und [...]

The Minus Man

Filmkritik: Dass Hampton Fancher im stolzen Alter von 61 Jahren sein Regiedebüt feiern und mit The Minus Man einen erstaunlichen Film realisieren konnte, ist Hollywood zu verdanken – obwohl sich Fancher mit seinem Script für Blade Runner unsterblich machte, war er stets zu freigeistig für die große Filmindustrie, die kaum eines seiner Drehbücher umsetzen wollte, sodass Fancher nach [...]