Der dystopische Debütfilm von Andrew Niccol schildert eine Gesellschaft genetischer Übermenschen, in der körperliche Imperfektion zur Ausgrenzung führt. Gattaca übersetzt seine Welt in elegante, aber kalte Bilder (passenderweise gefilmt von Sławomir Idziak, der jahrelang die Unterdrückungswelt des sozialistischen Polens eingefangen hatte). Ethan Hawke, Uma Thurman und Jude Law sind hier ganz Oberfläche. Niccols unsichtbare Inszenierung und der durchweg gedämpfte Tonfall verleihen Gattaca einen wunderbar altmodischen, zeitlosen Anstrich. Leider verpuffen dadurch aber auch all die Dualitäten und Gegensätze in einer braven Subtilität. Niccols Werk hinterfragt die Makellosigkeit seiner dystopischen Gesellschaft, ist aber selbst so glatt, dass nichts von ihm hängen bleibt – einige cronenbergsche Brüche hätten Gattaca gut getan.