Die Taschendiebin

Filmkritik: Mit Die Taschendiebin knüpft der südkoreanische Filmemacher Park Chan-wook an seine glorreichen Zeiten an: Mehr als zehn Jahre nach dem Abschluss seiner Rachetrilogie und acht Jahre nach seinem letzten koreanischem Werk Durst meldet sich Park eindrucksvoll zurück und weiß zu überraschen. Die Taschendiebin ist nicht nur ein guter Film geworden, sondern dokumentiert eine Weiterentwicklung des Regisseurs, der [...]

Die Weibchen

Filmkritik: Nichts ist normal in Die Weibchen, einer internationalen Koproduktion mit überwiegend deutscher Beteiligung, die jüngst in einer schönen Edition bei Bildstörung erschienen ist und von der irrwitzig delirierenden Regie des Tschechen Zbynek Brynych geprägt wird. Zusammen mit der hyperaktiven Kamera von Charly Steinberger entwirft der Regisseur eine seltsame Welt, in der sich Protagonistin und Publikum regelrecht verlieren. [...]

Jigoku – Das Tor zur Hölle

Filmkritik: Jigoku startet als klassischer Krimi: Der Theologiestudent Shiro überfährt versehentlich einen betrunkenen Yakuza, der ihm vor das Auto gerannt ist. Doch das ist erst der Anfang der düsteren Tage des Studenten, denn kurze Zeit später stirbt eine ihm nahestehende Person und unglücklicherweise schmiedet die Mutter des überfahrenen Gangsters einen Racheplan – sie hat Shiros Tat gesehen. Während [...]

Getaway

Filmkritik: Getaway dokumentiert einmal mehr Sam Peckinpahs Gefühl für archaische Stoffe und kreuzt zwei der härtesten Themengebiete des Kinos: den Film Noir und den Western. Der Film fußt auf einem Roman von Jim Thompson, der für seine ungemütlichen Krimis bekannt war und auch Drehbücher für Klassiker wie Die Rechnung ging nicht auf schrieb, erinnert jedoch gleichzeitig an Peckinpahs [...]

Der eiskalte Engel

Filmkritik: Mit Der eiskalte Engel inszenierte Jean-Pierre Melville einen ikonografischen Klassiker des französischen Kinos und bietet ein anschauliches Beispiel für den Strom von Einflüssen, der die Filmgeschichte durchzieht. Melvilles Werk um einen stoischen Auftragskiller nutzt den Figurentypus des einzelgängerischen Antihelden, den es damals noch gar nicht so lange gab: 1941 trat erstmals ein solcher auf, im seinerzeit ungewöhnlichen [...]

In der Hitze der Nacht

Filmkritik: In der Hitze der Nacht zählt zu jenen Zeitgeistfilmen, die retrospektiv nur noch schwer zu bewerten sind, weil ihre Wirkung auf zeitgenössische Zuschauer heute nicht mehr nachgefühlt, sondern nur noch intellektuell verarbeitet werden kann. Das Werk von Norman Jewison thematisiert die Mordermittlungen eines schwarzen Großstadtpolizisten in einer Kleinstadt in Mississippi, deren Bewohner dem Fremden rassistische Ressentiments und [...]

Die Spur des Falken

Filmkritik: Es müssen nicht immer die ersten Werke einer Strömung sein, die diese definieren: Als der Thriller Stranger On The Third Floor 1940 die Ära des Film Noir einläutete, verlief die Rezeption des aus damaliger Sicht "künstlichen" Stils der schwarzen Serie noch zwiespältig. Ein Jahr später erschien dann John Hustons Debütfilm Die Spur des Falken und avancierte zum Klassiker, [...]

Die Vampire

Filmkritik: Die Vampire ist das, was man heutzutage eine Mini-Serie nennen würde: Mit dem zehn Episoden und eine Gesamtlaufzeit von nahezu 400 Minuten umfassenden Werk prägte Regisseur Louis Feuillade unser Kino nachhaltig und sorgt nebenbei auch noch für einen Heidenspaß. Noch einige Jahre vor Fritz Langs ähnlich gelagerten, großartigen Mabuse-Filmen drehte Feuillade sein Werk 1915 und 1916 wie [...]

Der zweite Atem

Filmkritik: Retrospektiv lässt sich Der zweite Atem als Übergangsfilm im Werk von Jean-Pierre Melville einordnen. Zwar konnte der eigenwillige Franzose seine inszenatorische Meisterschaft bereits in vorherigen Werken wie Der Teufel mit der weißen Weste dokumentieren, doch erst mit Der zweite Atem gelang Melville der Durchbruch beim Publikum. Diese Chance nahm er wahr und sicherte sich in den folgenden [...]

Made in USA

Filmkritik: Nachdem sich Jean-Luc Godard bereits in vorherigen Filmen an die Grenzen von Narration und Genreregeln vorgewagt hatte, sprengt er diese mit Made in USA regelrecht - und scheitert grandios. Ironischerweise beweist der Franzose mit seinem Film den Sinn von den filmischen Konventionen, denen er abgeschworen hat. Es mag auch mit den Produktionsbedingungen zu tun haben, dass Made [...]