Der dritte Grad

Filmkritik: Schon die erste Szene von Der dritte Grad, eine schön gefilmte Plansequenz, offenbart den Ansatz von Regisseur Peter Fleischmann, die Erzählperspektive zu Ungunsten des Zuschauers auszulegen: In seinem Politkrimi sehen wir nur einen subjektiven Bruchteil des Geschehens und erfahren stets als Letzte, was gespielt wird. Zu Beginn erinnert Der dritte Grad an Kafkas Der Prozess und zeigt [...]

Europa

Filmkritik: Mit Europa schloss Lars von Trier seine gleichnamige Trilogie ab und variierte all jene Elemente, die schon den Auftakt The Element Of Crime zu einem tollen Werk machten. Im Hinblick auf The Element Of Crime geht der dänische Filmemacher zu Beginn noch einen Schritt weiter. Wo dort noch der Protagonist hypnotisiert wurde, um eine Reise in die [...]

Es war einmal in Amerika

Filmkritik: Bereits in seiner ersten Sequenz beweist Es war einmal in Amerika seine Hingabe zur Epik und verbindet mit einem fast schon mythischen Telefonklingeln drei Handlungsebenen, überspannt damit einen Zeitraum von 50 Jahren. Wir wissen hier noch nicht, dass dieses Klingeln absolut alles ändern und vieles zerstören wird, aber es ist klar, dass es eine große Bedeutung hat. [...]

The Element Of Crime

Filmkritik: Bereits mit seinem Debütfilm The Element Of Crime bewies Lars von Trier sein enormes handwerkliches Geschick und den Anspruch, abseits ausgetretener Pfade Kunstwerke zu erschaffen. Der erste Teil der Europa-Trilogie, die von Trier mit Epidemic und Europa fortsetzte, weist sich schnell als Kriminalfilm aus und als Neo-Noir: In einer durch Hypnose induzierten Rückblende verfolgen wir die Ermittlungen [...]

Die Taschendiebin

Filmkritik: Mit Die Taschendiebin knüpft der südkoreanische Filmemacher Park Chan-wook an seine glorreichen Zeiten an: Mehr als zehn Jahre nach dem Abschluss seiner Rachetrilogie und acht Jahre nach seinem letzten koreanischem Werk Durst meldet sich Park eindrucksvoll zurück und weiß zu überraschen. Die Taschendiebin ist nicht nur ein guter Film geworden, sondern dokumentiert eine Weiterentwicklung des Regisseurs, der [...]

Die Weibchen

Filmkritik: Nichts ist normal in Die Weibchen, einer internationalen Koproduktion mit überwiegend deutscher Beteiligung, die jüngst in einer schönen Edition bei Bildstörung erschienen ist und von der irrwitzig delirierenden Regie des Tschechen Zbynek Brynych geprägt wird. Zusammen mit der hyperaktiven Kamera von Charly Steinberger entwirft der Regisseur eine seltsame Welt, in der sich Protagonistin und Publikum regelrecht verlieren. [...]

Jigoku – Das Tor zur Hölle

Filmkritik: Jigoku startet als klassischer Krimi: Der Theologiestudent Shiro überfährt versehentlich einen betrunkenen Yakuza, der ihm vor das Auto gerannt ist. Doch das ist erst der Anfang der düsteren Tage des Studenten, denn kurze Zeit später stirbt eine ihm nahestehende Person und unglücklicherweise schmiedet die Mutter des überfahrenen Gangsters einen Racheplan – sie hat Shiros Tat gesehen. Während [...]

Getaway

Filmkritik: Getaway dokumentiert einmal mehr Sam Peckinpahs Gefühl für archaische Stoffe und kreuzt zwei der härtesten Themengebiete des Kinos: den Film Noir und den Western. Der Film fußt auf einem Roman von Jim Thompson, der für seine ungemütlichen Krimis bekannt war und auch Drehbücher für Klassiker wie Die Rechnung ging nicht auf schrieb, erinnert jedoch gleichzeitig an Peckinpahs [...]

Der eiskalte Engel

Filmkritik: Mit Der eiskalte Engel inszenierte Jean-Pierre Melville einen ikonografischen Klassiker des französischen Kinos und bietet ein anschauliches Beispiel für den Strom von Einflüssen, der die Filmgeschichte durchzieht. Melvilles Werk um einen stoischen Auftragskiller nutzt den Figurentypus des einzelgängerischen Antihelden, den es damals noch gar nicht so lange gab: 1941 trat erstmals ein solcher auf, im seinerzeit ungewöhnlichen [...]

In der Hitze der Nacht

Filmkritik: In der Hitze der Nacht zählt zu jenen Zeitgeistfilmen, die retrospektiv nur noch schwer zu bewerten sind, weil ihre Wirkung auf zeitgenössische Zuschauer heute nicht mehr nachgefühlt, sondern nur noch intellektuell verarbeitet werden kann. Das Werk von Norman Jewison thematisiert die Mordermittlungen eines schwarzen Großstadtpolizisten in einer Kleinstadt in Mississippi, deren Bewohner dem Fremden rassistische Ressentiments und [...]