Die Adaption des Erfolgsromans von John le Carré bietet einen Gegenpol zu James Bond – der Kalte Krieg wird nicht mit Fäusten ausgetragen, sondern findet im Kopf statt. Dort entfaltet er einen paranoiden Wahnsinn, den Regisseur Martin Ritt nur zu gut aus der McCarthy-Ära kannte. Der Spion, der aus der Kälte kam zeichnet sich durch eine kühle Inszenierung aus und bringt uns durch eine unzuverlässige Erzählweise in dieselbe Zwickmühle wie die Protagonisten, die zu Bauern in einer herzlosen Schachpartie verkommen. Aus diesem Umstand zieht der Film ein enormes Suspense – da jeder falsche Satz den Tod bedeuten kann, sind die Dialoge spannender als jede Actionszene. Das ist auch ein Verdienst der überragenden Hauptdarsteller Richard Burton und Oskar Werner.