Fear and Loathing in Las Vegas

Fear and Loathing in Las Vegas ist ein Kultfilm aus den falschen Gründen: Die oft als launiger Drogentrip missverstandene Adaption des gleichnamigen Romans von Hunter S. Thompson formuliert einen zutiefst pessimistischen Schwanengesang einer ganzen Generation Enttäuschter, die von der großen Freiheit geträumt haben, aber im reaktionären Nixonland aufgewacht sind. Das so grelle wie verlogene Las Vegas liefert die perfekte Kulisse für die visuelle Fabulierfreude von Regisseur Terry Gilliam, der die drogenumnebelte Perspektive der Protagonisten mit enormer Kreativität umsetzt. Dabei lebt der Film von der Intensität, die Johnny Depp und Benicio del Toro in ihre Rollen legen. Während die Exzesse der ersten Filmhälfte noch einen gewissen Unterhaltungswert mit sich bringen, verdeutlicht die zunehmende Ziellosigkeit der Erzählung die Leere des Eskapismus – Fear and Loathing in Las Vegas endet als Sinnbild völliger Resignation.