Es verwundert wenig, dass Tag der Gesetzlosen seinerzeit kein Erfolg an den Kinokassen beschieden war, denn der Western bricht mit dem romantischen Blick auf das Genre und ist von Anfang bis Ende unangenehm. Der Film spielt in einem 20-Einwohner-Dorf in den verschneiten Bergen Wyomings, das von einer Gangsterbande in Geiselhaft genommen wird. Für einen US-Western des Jahres 1959 geht der Film von André De Toth gewagt vor: Die Antagonisten wirken allesamt wie Psychopathen, die ein Klima der Angst schüren. Als Zugabe fängt die Kamera von Russell Harlan die unbarmherzige Gegend in tristem Schwarz-Weiß statt in leuchtendem Technicolor ein. Rettung verspricht ausgerechnet Robert Ryan in einer wunderbar ambivalenten Rolle als hartgesottener Antiheld. Tag der Gesetzlosen zieht aus dem zynischen Tonfall eine filmische Kraft, die sich bis heute zeitlos hält.