Port Of Flowers

Filmkritik: Port Of Flowers, der Debütfilm von Keisuke Kinoshita, erschien 1943 und damit in der Hochphase des Zweiten Weltkrieges. Zunächst beginnt sein Film wie eine heitere Komödie und schildert das Leben eines kleinen Küstendorfes und die Ankunft zwei Hochstapler, die unabhängig voneinander eintreffen und sich beinahe in die Quere kommen, dann jedoch zusammenarbeiten. Unter dem Vorwand, wie ihr [...]

Bitterer Reis

Filmkritik: Bitterer Reis zählt zu den Vertretern des Italienischen Neorealismus, transportiert seine Gesellschaftskritik jedoch im Gegensatz zu den anderen Werken der Strömung weniger nüchtern und dokumentarisch, sondern setzt deutlicher auf Krimi-Elemente, Melodramatik und die Reize seiner Hauptdarstellerinnen. Der Film von Giuseppe De Santis schildert das Leben der Mondinas, den Saisonarbeiterinnen auf den Reisfarmen Norditaliens. Die Frauen arbeiteten unter [...]

Die Spur des Falken

Filmkritik: Es müssen nicht immer die ersten Werke einer Strömung sein, die diese definieren: Als der Thriller Stranger On The Third Floor 1940 die Ära des Film Noir einläutete, verlief die Rezeption des aus damaliger Sicht "künstlichen" Stils der schwarzen Serie noch zwiespältig. Ein Jahr später erschien dann John Hustons Debütfilm Die Spur des Falken und avancierte zum Klassiker, [...]

Der Mann mit der Narbe

Filmkritik: Der Mann mit der Narbe beginnt als rassiger Gangsterfilm, mit einem Raubüberfall. Dieser gelingt zwar, erweist sich dennoch als fatal für alle Beteiligten, denn das Geld gehörte der Mafia, die die Jagd auf die Diebe eröffnet. Schnell bleibt nur noch der Drahtzieher der Aktion übrig. Dieser von Paul Henreid nicht ohne Reiz gespielte Gangster ist die Hauptfigur [...]

Ring frei für Stoker Thompson

Filmkritik: In dem ungewöhnlichen Film Noir Ring frei für Stoker Thompson dreht sich alles um ein Element: die Zeit. Nicht nur, weil die Lauflänge lediglich knackige 72 Minuten beträgt, sondern vor allem, weil der Klassiker von Robert Wise nahezu in Echtzeit abläuft, wie die stetig eingeblendeten Uhren dokumentieren. Am deutlichsten äußert sich dies im finalen Boxkampf des Films, der [...]

Späte Sühne

Filmkritik: Späte Sühne zählt weder zu den wirklich bekannten Film Noirs, noch zu den regelmäßig erwähnten Arbeiten von Humphrey Bogart; überzeugen kann das Werk von Regie-Routinier John Cromwell dennoch und greift auf alle klassischen Noir-Zutaten zurück, arbeitet mit Rückblenden, expressiver Low-Key-Beleuchtung und serviert einen archetypischen Plot um einen Kriegsheimkehrer, der als auf eigene Faust den Mord an einem Freund [...]

Die seltsamen Abenteuer des Herrn Fridolin B.

Filmkritik: Nachdem Wolfgang Staudtes staatskritische Komödie Der Mann, dem man den Namen stahl 1944 zensiert wurde, das gekürzte Drehmaterial in den Kriegswirren verloren ging und der Regisseur mit Die Mörder sind unter uns zu Nachkriegsruhm gelangte, konnte er mit Die seltsamen Abenteuer des Herrn Fridolin B. ein Remake seines verstümmelten Originals drehen. Mit zwei schnitt- und dialogtechnisch großartig [...]

Ein Brief an drei Frauen

Filmkritik: Bereits ein Jahr, bevor Regisseur Joseph L. Mankiewicz mit Alles über Eva sein Karrierehighlight schuf, heimste er den Regie-Oscar für das feine Drama Ein Brief an drei Frauen ein. Aufgrund der verzwickten Ausgangssituation gelingt es dem Film von Beginn an, seinen Zuschauer neugierig zu machen – die Ausgangsfrage, welcher Mann seiner Frau untreu geworden ist, wird wie in [...]

Laura

Filmkritik: Laura stellt das Meisterstück von Regisseur Otto Preminger dar und ist ein ungewöhnlicher Film Noir: Zwar bietet Premingers Werk einige sehenswerte Bildkompositionen, konzentriert sich jedoch längst nicht so stark wie andere Vertreter des Film Noir auf eine düstere Optik und nutzt eine klassische High-Key-Beleuchtung. Stattdessen fällt Laura überraschend unterhaltsam und amüsant aus, breitet seine Konstellation aus einander [...]

Experten aus dem Hinterzimmer

Filmkritik: Nach einigen Technicolor-Filmen wie dem fiebrigen Nonnen-Horrorfilm Die schwarze Narzisse oder dem Black Swan-Original Die roten Schuhe schuf das britische Regieduo Powell & Pressburger mit Experten aus dem Hinterzimmer einen deutlich abweichenden Film mit tristen Schwarz-Weiß-Bildern und vom Krieg gebeutelten Protagonisten. Nur wenige Jahre nach Kriegsende gelang es mühelos, die düstere Stimmung der Kriegszeit wieder aufleben zu lassen. [...]