Die Spur des Falken

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Filmkritik:

Es müssen nicht immer die ersten Werke einer Strömung sein, die diese definieren: Als der Thriller Stranger On The Third Floor 1940 die Ära des Film Noir einläutete, verlief die Rezeption des aus damaliger Sicht „künstlichen“ Stils der Schwarzen Serie noch zwiespältig. Ein Jahr später erschien dann John Hustons Debütfilm Die Spur des Falken und avancierte zum Klassiker, verhalf Hauptdarsteller Humphrey Bogart zum endgültigen Durchbruch, etablierte den Typus des hard boiled Detective und letztlich die gesamte Strömung.

Vielleicht war diese Rolle Die Spur des Falken vorbehalten, weil Hustons Werk durchaus etwas altmodisch erscheint und damit die zeitgenössischen Zuschauer besser abholte. Der Film spielt fast ausschließlich in Innenräumen, weist ein relativ niedriges Tempo auf und wirkt damit wie eine Theaterverfilmung. Das macht ihn auch zu einem Schauspieler-Film und das Ensemble bedankt sich für den Freiraum mit guten Leistungen. Humphrey Bogart, der bis dahin schon regelmäßig mit wahlweise größeren Rollen in kleineren Produktionen oder kleinen Auftritten in größeren Werken auf sich aufmerksam machte, beherrscht hier die Szenerie vollständig und ist nur in einer einzigen Szene nicht zu sehen. Sein souveränes, immer etwas rotziges Auftreten ließ ihn zu einem ikonografischen Darsteller aufsteigen und brachte ihm ein Jahr später die Rolle in Casablanca ein, die ihn unsterblich machte. Unterstützt wird er dabei ausgezeichnet durch die gestandenen Nebendarsteller wie Peter Lorre und Sydney Greenstreet und die aufstrebende Mary Astor.

Im Gegensatz zu den klassischen Krimis Hollywoods gibt sich Die Spur des Falken ein ganzes Stück abgebrühter, was sich insbesondere in der Figurenzeichnung äußert. Basierend auf der Vorlage des berühmten Krimiautoren Dashiell Hammett, der oft und gerne mit Hollywood zusammenarbeitete und unter anderem auch den Roman zum tollen Noir Der gläserne Schlüssel schrieb, entspinnt sich ein kaum zu durchschauender Plot, in dem ein halben Dutzend Protagonisten mit- und gegeneinander Ränke schmieden, um eine vergoldete Statue an sich zu reißen. Während die interessanten Figuren und einige schöne Dialoge überzeugen, kommt Spannung hingegen nur szenenweise auf. Zu verworren erscheint der Plot, zu wenige dramaturgische Höhepunkte hat er in petto. Die Chuzpe, sein Finale ohne Actioneinlage regelrecht verpuffen zu lassen, macht durchaus etwas her, erhöht den Grad der Spannung aber auch nicht.

So bietet Die Spur des Falken insgesamt eine runde Filmerfahrung, bei der vor allem die Darsteller überzeugen. Im Vergleich zu späteren (Referenz-)Noirs fallen die statische Inszenierung, das ruhige Tempo und die Bildgestaltung noch zu zahm aus.

Obacht: Die deutsche Synchronisation ersetzt die ruhige musikalische Untermalung des Films durch einen deutlich lebendigeren, fast schon fröhlichen Score und untergräbt damit den Tonfall von Hustons Werk.

Handlung:

Als eine umwerfend aussehende junge Frau im Büro der Privatdetektive Archer und Spade auftaucht und dann auch noch eine außergewöhnlich gute Bezahlung anbietet, zögern die beiden nicht, ihren Auftrag anzunehmen. Doch dann stirbt Archer, erschossen von dem Mann, den er beschatten sollte. Sein Partner Sam Spade setzt nun alles daran, den Täter und seine verschwundene Auftraggeberin zu finden und gerät dabei in ein undurchschaubares Komplott diverser Interessensgruppen, die alle Jagd auf den sagenumwobenen Malteser Falken machen…

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Foto von Tom Schünemann

Tom ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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