Ritter der Prärie ist der letzte von sechs Western, die André De Toth und Randolph Scott zusammen drehten. In seinem Kern handelt es sich eigentlich um einen Kriminalfilm, in dem mehreren kriminellen Bewohnern einer Kleinstadt die Entlarvung droht. Damit evoziert der Film auf interessante Weise die Paranoia der McCarthy-Ära: Nach Ankunft des Helden verdächtigt jeder seinen Nächsten. Um die Doppelmoral perfekt zu machen, wird die Spurensuche des Helden als Angriff auf die herrschende Ordnung wahrgenommen. Das mutet umso ironischer an, weil Scotts Protagonist hier im Gegensatz zu den vielen anderen Western zunächst keine Schurken zur Strecke bringt – die Paranoia treibt die Antagonisten in den gegenseitigen Konflikt. Ritter der Prärie bietet konventionelle, aber unterhaltsame Kost. Ein besonderes Erlebnis bietet überdies die restaurierte 3D-Version, die beim Il Cinema Ritrovato 2026 gezeigt wurde.