TV-Tipps

Februar 2019

Die Rubrik TV-Tipps versucht, die immense Menge an TV-Ausstrahlungen zu kuratieren. Nur wenige Filme pro Monat werden berücksichtigt. Voraussetzung dafür sind Werbefreiheit und eine vernünftige Sendezeit.

Weites Land

(William Wyler, 1958)

In Anbetracht der 165-minütigen Laufzeit startet Weites Land ziemlich spät und dauert bis weit nach Mitternacht. Doch wer am Freitagabend noch nichts vor hat, bekommt hier von ARTE einen wunderbaren Edelwestern serviert. Regie-Ikone William Wyler baut die Familie zweier Familien genüsslich auf und kann sich auf die Stars um Gregory Peck und Charlton Heston verlassen. Der eigentliche Hauptdarsteller des Films ist jedoch die atemberaubende Landschaft.

Am Freitag, dem 1. Februar 2019 um 22:45 Uhr auf WDR.

Dr. Seltsam oder wie ich lernte die Bombe zu lieben

(Stanley Kubrick, 1964)

Der Name Stanley Kubrick mag vornehmlich für große Kunst stehen, doch der Regisseur drehte nicht nur Meisterwerke wie 2001: Odyssee im Weltraum oder Barry Lyndon, sondern auch eine Komödie. Allerdings kommt Dr. Seltsam oder wie ich lernte, die Bombe zu lieben eher im Gewand einer intellektuellen Farce daher – statt hoher Gagdichte liefert der Film eine herrlich verquere Weltsicht. Die Höhepunkte liefert Multitalent Peter Sellers in gleich drei Rollen.

Am Montag, dem 4. Februar 2019 um 22:05 Uhr auf ARTE.

The Lobster

(Giorgos Lanthimos, 2015)

Filmszene aus The Lobster

Für sein neustes Werk The Favourite heimste Giorgos Lanthimos jüngst ganze zehn Oscar-Nominierungen ein. Wer das eigenwillige Schaffen des griechischen Regisseurs kennenlernen möchte, findet im Februar dazu Gelegenheit – 3SAT zeigt The Lobster mit Colin Farrell und Rachel Weisz.

Ein Großteil des Films spielt in einem obskuren Hotel, in das Singles gesteckt werden. Gelingt es ihnen nicht binnen 45 Tagen, sich zu verlieben, werden sie in Tiere verwandelt. Lanthimos‘ seltsamer Humor sorgt fortwährend für seltsame Momente, in Erinnerung bleibt The Lobster jedoch als kluge Meditation über das Wesen der Liebe.

Am Mittwoch, dem 6. Februar 2019 um 22:25 Uhr auf 3SAT.

Victoria

(Sebastian Schipper, 2015)

Filmszene aus Victoria

Wer dem aktuellen deutschen Kino gegenüber Vorurteile hat, wird von Victoria eines besseren belehrt. Regisseur Sebastian Schipper drehte seinen 140-minütigen Filme in Echtzeit und ohne einen einzigen Schnitt. Das ist nicht nur eine handwerkliche Meisterleistung, sondern erzeugt auch einen enormen Sog und vermittelt uns Zuschauern das berühmte DSF-Gefühl – „mittendrin statt nur dabei.“

Am Samstag, dem 9. Februar 2019 um 22:25 Uhr auf 3SAT.

Wer den Wind sät

(Stanley Kramer, 1960)

Filmszene aus Wer den Wind sät

Wer den Wind sät liefert ein Musterbeispiel für die Tugenden des amerikanischen Erzählkinos. Im besten Sinne altmodisch, vereint der Gerichtsfilm eine moralische Geschichte, starke Dialoge und hervorragende Schauspielleistungen zu einem runden, unterhaltsamen Klassiker. Die Regie von Stanley Kramer sitzt, das Darstellerduell zwischen den Routiniers Spencer Tracy und Frederic March bereitet großes Vergnügen.

Direkt im Anschluss läuft übrigens Kontrastprogramm: James Camerons Terminator 2.

Am Sonntag, dem 10. Februar 2019 um 20:15 Uhr auf ARTE.

Suburra

(Stefano Sollima, 2015)

Filmszene aus Suburra

Der italienische Mafiafilm Suburra prahlt mit eleganten Bildern und entwirft einen umfangreichen Figurenkosmos des römischen Gangstertums – korrupte Politiker und mehrere kriminelle Clans prallen hier aufeinander, sauber kommt niemand aus der Sache raus und lebend auch nur die wenigsten. Die Inszenierung übernahm Stefano Sollima, der Sohn des legendären Western-Regisseurs Sergio Sollima.

Am Mittwoch, dem 13. Februar 2019 um 22:25 Uhr auf 3SAT.

Nun noch zwei Tipps aus der ARTE-Mediathek:

Frau im Mond

(Fritz Lang, 1929)

Frau im Mond stellt den letzten großen deutschen Stummfilm dar und wirkt dementsprechend sehr ausgereift: Was mit einer krimihaften Exposition beginnt, endet mit einer aus heutiger Sicht amüsanten Reise zum Mond, auf dem die zweite Hälfte und der Showdown stattfinden. Die Effekte und Kulissen sowie einige schöne Höhepunkte sorgen für runde Unterhaltung.
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Picknick am Valentinstag

(Peter Weir, 1975)

Filmszene aus Picknick am Valentinstag

Picknick am Valentinstag hatte ich schon im Januar erwähnt – es handelt sich um einen der ungewöhnlichsten Horrorfilme der Kinogeschichte. Regisseur Peter Weir etablierte eine traumartige Atmosphäre, in der sich niemals eine konkrete Bedrohung zeigt; jegliche Gefahr bleibt stets suggestiv. Nur wenige Filme kitzeln die Imagination derart subtil wie Weirs Werk.

Nur noch bis 03.02. in der Mediathek!

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Hier noch einmal als Übersicht:

01.02.2019 – Weites Land – 22:45 Uhr auf WDR
04.02.2019 – Dr. Seltsam – 22:05 Uhr auf ARTE
06.02.2019 – The Lobster – 22:25 Uhr auf 3SAT
09.02.2019 – Victoria – 22:25 Uhr auf 3SAT
10.02.2019 – Wer den Wind sät – 20:15 Uhr auf ARTE
13.02.2019 – Suburra – 22:25 Uhr auf 3SAT

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Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

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Tom Schünemann

Foto von Tom Schünemann, dem Kritiker von Filmsucht.org

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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