Obwohl Sturges den Film durchaus als Komödie anlegt, die Laufzeit mit nur 78 Minuten kurz und das Tempo stets hoch hält, beinhaltet Der große McGinty auch eine für damalige Verhältnisse nicht übliche Spitzzüngigkeit, die durch spätere Werke zum Markenzeichen des Filmemachers werden sollte. Statt seichte Gags zu präsentieren, formuliert Der große McGinty treffsichere Kommentare auf die Politik im Allgemeinen und den allgegenwärtigen Lobbyismus, die Macht- und Geldgier der Politiker im Besonderen.
Dies vollzieht das Drehbuch über die Position eines Außenstehenden: Der Protagonist Dan McGinty soll für einen schmierigen Geschäftsmann als Strohmann für das Amt des Bürgermeisters kandidieren und erlebt dadurch einen steilen Aufstieg, solange er den politischen Zirkus nicht hinterfragt. So lebt es sich für McGinty recht gut, bis er, von seiner (Schein-)Ehefrau beeinflusst, das korrupte System infrage stellt und ironischerweise durch seine Ehrlichkeit unversehens wieder in der Gosse landet.
Die Süffisanz, mit der Sturges diesen Werdegang zeigt und damit auch in ironischem Gewand den Traum einer Demokratie bloßstellt, unterschied Der große McGinty von vorherigen Filmen, die sich dem Thema deutlich zaghafter näherten.
Die Geschichte seiner Politikerkarriere, die McGinty einem Fremden (und dem Zuschauer) immerhin auf launige Art rückwirkend in einer Bar erzählt, erweist sich gleichzeitig als formelhaft und vorhersehbar; alles läuft auf eine schlichte moralische Wertung hinaus: Ehrlichkeit wird nicht belohnt, den Skrupellosen gehört die Welt.
Doch eine Episode führt uns auch abseits der Politik auf ein zweites Schlachtfeld der Menschheit und offenbart in bester Screwballkomödientradition, wie der aufstrebende Politiker zu seiner Ehefrau – die eigentlich nur seine Sekretärin ist – kam. Das voreheliche Techtelmechtel besitzt einigen Unterhaltungswert.
Damit erweist sich Der große McGinty durchaus als kurzweilig und auf schöne Weise altmodisch, vermag jedoch nicht immer mitzureißen und verharrt letztlich in einem Zwiespalt: Zu viele komödiantische Elemente würden die Botschaft verwässern, doch für eine Satire fehlt der Biss.
Dennoch ermöglicht Sturges‘ Film mit seinem kritischen Subtext bereits einen Ausblick auf das spätere Werk des Regisseurs, der sich insbesondere mit seinem amüsanten Roadmovie Sullivans Reisen noch weiterentwickelte.