John Fords Der schwarze Falke nimmt in den meisten Western-Bestenlisten einen vorderen Platz ein und gilt im Allgemeinen als Fords Meisterwerk. Das liegt zum einen daran, dass Der schwarze Falke nur bedingt dem typischen Gestus und der Ikonographie herkömmlicher Edelwestern folgt und damit zu den unbequemsten Werken von Ford zählt; zum anderen bietet das Drehbuch einiges an Subtext, was den Western neben seinem Plot um weitere Inhaltsebenen anreichert.

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Filmkritik:

Die eigentliche Jagd auf einen brutalen Indianerhäuptling fällt eher unspektakulär aus und hat kaum Höhepunkte und nur wenig Spannung in petto. Interessanter gerät da schon die Beschäftigung mit der von John Wayne verkörperten Hauptfigur, die mehr Antiheld als heroisches Idol ist. Hier treten die Stärken von Der schwarze Falke zutage, denn Waynes Ethan Edwards ist nicht nur ein unbarmherziger rassistischer Sturkopf, sondern befindet sich in dem Dilemma, dass er die Wildnis und ihre Indianer leidenschaftlich hasst, der ungezähmte Teil des Kontinents jedoch der einzige Ort ist, in dem er noch funktionieren kann – solange er jagt, ist er frei. Die Konventionen des gesellschaftlichen Lebens in den aufblühenden Städten würden ihm seine Freiheit hingegen nehmen.

Dementsprechend interessant ist es, die vielen Nuancen des Protagonisten zu beobachten, doch dies und die vielen schönen Bilder können nur selten über die mitunter etwas uninspirierten, repetitiven Szenen hinweghelfen – Der schwarze Falke vergisst vor lauter Subtext die Spannung der vordergründigen Handlung.

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DIE ÄRA

In den Fünfziger Jahren befanden sich die weltweiten Studiosysteme auf dem Zenit ihrer Schaffenskraft. In den Vereinigten Staaten, Japan und Frankreich versammelten die Studios eine ungeheure Menge an Talent und veröffentlichten dank des geballten Produktionsniveaus zahllose Meisterwerke. Einen gewichtigen Anteil daran ist auch den Regisseuren zuzuschreiben, die sich innerhalb des Systems Freiheiten erkämpften und so ihr Potenzial ausspielen konnten.

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DAS GENRE

Der Western erreicht seine größte Popularität in den Fünfziger Jahren. Der Hang zum Reaktionären ließ das Genre dann zunehmend in eine Krise schlittern, bevor der Italowestern das Genre Mitte der Sechziger zur neuen Blüte trieb. Das gesellschaftskritische New Hollywood-Kino dekonstruierte den Western weiter. Heutzutage findet das Western-Setting sowohl für blutige Genrefilme als auch für Kunstfilme Verwendung.

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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