Die eigentliche Jagd auf einen brutalen Indianerhäuptling fällt eher unspektakulär aus und hat kaum Höhepunkte und nur wenig Spannung in petto. Interessanter gerät da schon die Beschäftigung mit der von John Wayne verkörperten Hauptfigur, die mehr Antiheld als heroisches Idol ist.
Hier treten die Stärken von Der schwarze Falke zutage, denn Waynes Ethan Edwards ist nicht nur ein unbarmherziger rassistischer Sturkopf, sondern befindet sich in dem Dilemma, dass er die Wildnis und ihre Indianer leidenschaftlich hasst, der ungezähmte Teil des Kontinents jedoch der einzige Ort ist, in dem er noch funktionieren kann – solange er jagt, ist er frei. Die Konventionen des gesellschaftlichen Lebens in den aufblühenden Städten würden ihm seine Freiheit hingegen nehmen.
Dementsprechend interessant ist es, die vielen Nuancen des Protagonisten zu beobachten, doch dies und die vielen schönen Bilder können nur selten über die mitunter etwas uninspirierten, repetitiven Szenen hinweghelfen – Der schwarze Falke vergisst vor lauter Subtext die Spannung der vordergründigen Handlung.