Der Soldat James Ryan startet mit einer überaus heftigen Exposition und wirft den Zuschauer mitten in die Landung in der Normandie am D-Day, zeigt den Krieg umfassend und enorm physisch als das, was er am Ende ist – ein blutiges, unmenschliches Gemetzel. Mit den von Granaten zerfetzten oder von Maschinengewehrgarben zerteilten Soldaten proklamiert Der Soldat James Ryan im Gegensatz zu vielen anderen amerikanischen Genrevertretern, ein Anti-Kriegsfilm zu sein und schwört das Publikum nachhaltig auf die Grausamkeit des Krieges ein, denn Helden gibt es hier nicht.

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Filmkritik:

Doch wenn das Inferno der Landung erst mal überstanden ist, setzt das konventionelle Hollywood-Narrativ wieder ein und entwickelt sich zunehmend konträr zum starken Auftakt: Schnell etabliert Der Soldat James Ryan mit seinen bekannten Schauspielern eine Heldentruppe auf glorreicher Mission.

Dabei übertreibt es Spielberg mit dem Pathos glücklicherweise nicht so wie in Schindlers Liste, doch einige Dialoge fallen doch reichlich glorifizierend aus und auch die deutschen Soldaten entpuppen sich erwartungsgemäß als böse Abziehbilder.

Zeitweilig gemildert wird das filmische Hurra-Geschrei vor allem über die ausgezeichnet geschriebene Figur von Tom Hanks, doch dessen Protagonist ist leider der einzige mit Ecken und Kanten; der Rest des Trupps bleibt leider im wahrsten Sinne des Wortes Kanonenfutter.

Wegen seiner vielen Schauwerte, und der dank des großen Aufwands intensiven Actionszenen lohnt sich das Schauen von Der Soldat James Ryan durchaus, doch aufgrund seiner inhaltlichen Schwächen erreicht Spielbergs Werk nie die Klasse der Referenzfilme des Genres.

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DIE ÄRA

In den Neunziger Jahren wurden Filme ein Objekt der Popkultur. Die amerikanische Vermarktung erhob Blockbuster zum Massenphänomen, das weit über den Filmkonsum hinaus ging. Zeitgleich bildeten eine lebendige Independentfilmszene und ein erstarktes Arthousekino den Gegenpol. Auch dank der VHS-Kassetten entwickelte das Medium Film eine ungeahnte Vielfalt.

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DAS GENRE

Obwohl das Genre auf ein spezifisches Thema festgelegt ist, bieten sich dem Betrachter eine Vielzahl Subtexte und Motive. Während Kriegsfilme sich vornehmlich auf Abenteuer, Kameradschaft und Heldenmut konzentrieren, eröffnen sich im Antikriegsfilm eine Vielzahl von Themen: Moral und Menschenrechte, der Horror und die Absurdität des täglichen Grauens oder die perverse Systematik dahinter.

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ÜBER DEN KRITIKER

Tom Schünemann

Tom Schünemann ist der alleinige Autor auf Filmsucht.org und möchte dir helfen, tolle Filme zu entdecken. Vom Hamburger Schmuddelwetter zu akuter Filmsucht verdammt, sucht er unabhängig von Genre und Produktionsjahr nach obskuren Raritäten, funkelnden Geheimtipps und großen Klassikern.

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