Doch wenn das Inferno der Landung erst mal überstanden ist, setzt das konventionelle Hollywood-Narrativ wieder ein und entwickelt sich zunehmend konträr zum starken Auftakt: Schnell etabliert Der Soldat James Ryan mit seinen bekannten Schauspielern eine Heldentruppe auf glorreicher Mission.
Dabei übertreibt es Spielberg mit dem Pathos glücklicherweise nicht so wie in Schindlers Liste, doch einige Dialoge fallen doch reichlich glorifizierend aus und auch die deutschen Soldaten entpuppen sich erwartungsgemäß als böse Abziehbilder.
Zeitweilig gemildert wird das filmische Hurra-Geschrei vor allem über die ausgezeichnet geschriebene Figur von Tom Hanks, doch dessen Protagonist ist leider der einzige mit Ecken und Kanten; der Rest des Trupps bleibt leider im wahrsten Sinne des Wortes Kanonenfutter.
Wegen seiner vielen Schauwerte, und der dank des großen Aufwands intensiven Actionszenen lohnt sich das Schauen von Der Soldat James Ryan durchaus, doch aufgrund seiner inhaltlichen Schwächen erreicht Spielbergs Werk nie die Klasse der Referenzfilme des Genres.